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Düsseldorfer Süden
Leuchtturm in alter Kranhalle
Düsseldorfer Süden: Leuchtturm in alter Kranhalle
Ein modernes Business-Center ( FOTO: Rheinhöfe
Düsseldorf. Wo früher Krane montiert wurden, glänzen heute Büros und Showrooms – etwa eines Backwarenproduzenten und eines Sportartikelherstellers. 670 Menschen sollen bald in den Holthausener "Rheinhöfen" arbeiten. Ein Vorbild für die Wiederbelebung von alten Industrieorten. Von Bernd Bussang

Von der alten Kranhalle steht nur noch das stählerne Stützgerüst. Die Baustelle ist mit Schnee bedeckt, an diesem Vormittag ruht die Arbeit. In einem von zwei geplanten Neubauten hingegen herrscht geschäftiges Treiben.

Neben dem IST-Studieninstitut für Kommunikation (600 Quadratmeter) ist dort der belgische Backwarenhersteller Purtatos eingezogen. Auf mehr als 1000 Quadratmeter hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Brüssel sich an der Reisholzer Werftsstraße eine neue Deutschland-Zentrale eingerichtet – ein gut ausgestattetes Technikum für Bäckerei, Konditorei- und Schokoladen-Anwendungen, ein Geschmackslabor sowie Vertriebs-, Marketing- und Verwaltungseinheiten.

Dort werden gemeinsam mit Kunden neue Produkte und Konzepte des Backwarenherstellers probiert und getestet. 35 Mitarbeiter beschäftigt Puratos, das aus Hilden kam, deutschlandweit, 15 davon in Holthausen, 20 weitere sind im Außendienst tätig.

Die „Rheinhöfe“ des Projektentwicklers Epitec Gamma sind ein Leuchtturm in der wirtschaftlichen Entwicklung des Düsseldorfer Südens und ein Beispiel für gelungene Rekultivierung alter Industriestätten. Vor mehr als zwei Jahren kaufte der Designer und Industrieentwickler Thomas Walten mit seinen Partnern das 40 000 Quadratmeter große Areal an der Reisholzer Werftstraße.

Inzwischen ist viel passiert auf dem ehemaligen Werksgelände Gottwalds, von dem große Teile seit vielen Jahren vom Motorradzubehör-Händler Hein Gericke genutzt werden. Das alte Verwaltungsgebäude wurde renoviert, ein Neubau hochgezogen, ein zweiter befindet sich im Rohbau. Das Stahlgerüst der früheren Werkshalle soll zum Aufbau einer repräsentativen Office-Halle mit einem zehn Meter hohen Glasdach genutzt werden, das modernes Bau-Design mit altem Industrieflair verbindet.

Die gläserne Halle soll in einem weiteren Bauschritt die beiden Neubauten architektonisch zu einem Komplex verbinden. Arbeitsräume und Werkstätten im Loftstil, eine große Freitreppe und ein modern gestaltetes Kantinenrestaurant sind vorgesehen. Projektentwickler Walten hat namhafte Mieter für die „Rheinhöfe“ geworben. 205 Menschen arbeiten dort, 670 sollen es insgesamt werden. Neben dem Backmittelhersteller Puratos, der jährlich mehr als eine Milliarde Euro umsetzt und weltweit 5300 Mitarbeiter in 80 Ländern beschäftigt, hat der Sportartikelhersteller Nike Quartier in Holthausen bezogen.

Er hat seine Standorte Neuss und Dortmund in Düsseldorf zusammengeführt. Auf 1600 Quadratmeter sind ein Showroom, Verwaltung und der Vertrieb für NRW angesiedelt. „Die Atmosphäre der alten Kranhallen verbunden mit der hervorragenden Verkehrsanbindung machen den Standort für Nike ideal“, sagt Unternehmenssprecher Olaf Markhoff. Unweit der geplanten Bürolofts wird weiter auch gewerblich gearbeitet.

In noch nicht renovierten Werkshallen ist die Schlosserei Melzer-Metallbau auf 2500 Quadratmetern aktiv, 3000 Quadratmeter Gewerbefläche beansprucht der Gerüstbauer- und Malerbetrieb Karl Heinz Weber. Der Löwenanteil der Fläche bleibt für Hein Gericke und seine 60 Mitarbeiter reserviert.

Für kulturelle Vielfalt und zusätzliches Leben auf dem alten Industriegelände sorgen die Schlagzeugschule „Dummers Institute“ in einem eigenen Gebäude sowie das „Lofthaus“ von André Stöcker mit seinen repräsentativen Show- und Party-Präsentationen.

Quelle: RP
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