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Düsseldorf
Lichtmacher aus Leidenschaft

Düsseldorf: Lichtmacher aus Leidenschaft
Leuchtendesigner Daniel Klages in seinem Geschäft, in dem er auch die preisgekrönte Kollektion "White Moons" anbietet. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Daniel Klages ist Leuchtendesigner und betreibt ein Geschäft an der Graf-Adolf-Straße. Gerade ist er zweimal ausgezeichnet worden. Von Tanja Karrasch

Betritt Daniel Klages eine Wohnung oder ein Haus, in dem er zuvor noch nie war, geht sein erster Blick unter die Decke. "Das ist so bei Menschen, die mit Licht arbeiten", sagt er. Er erkennt schnell, ob die Bewohner sich Gedanken gemacht haben, Wert auf schöne Leuchten legen, oder ob sie diese eher als notwendige Einrichtungsgegenstände betrachten. Damit es eben hell ist. Für Klages können Leuchten weit mehr sein als das.

Der Leuchtendesigner und Inhaber des Geschäfts "Licht im Raum" an der Graf-Adolf-Straße ist gerade zweimal ausgezeichnet worden. Er hat den "Innovationspreis für Architektur und Technik 2016" und direkt danach den "Muuuz International Award" eines französischen Design-Magazins gewonnen. In Frankreich war man auf seine Kollektion "White Moons" aufmerksam geworden. Sie sei poetisch, fand die Jury. Klages findet das auch. Dabei ist sie eher untypisch für ihn und sein Design-Team. Bisher habe die Funktionalität im Vordergrund gestanden, bei der Familie der weißen Monde liege der Schwerpunkt auf der Ästhetik, erklärt der 54-Jährige. Das Basiselement ist eine Porzellan-Kugel, mit asymmetrischen Öffnungen. Die Kugeln sind aus Fürstenberg-Porzellan, die Leuchten werden in Handarbeit in Wuppertal gefertigt. Daniel Klages gefällt eine quadratische Konstellation von neun Monden besonders gut. "So können sie wirken wie ein Bild", sagt er. Je nach Ausrichtung der flexiblen Kugeln werden verschiedene Lichtbilder an die Wand geworfen.

In Düsseldorf hat der Designer schon viele Lichtkonzepte geplant. Für die Gehry-Bauten zum Beispiel und den Flughafen. Auch Licht in Kirchen liegt ihm am Herzen: "Meine Lieblingskirche ist der Dom in Speyer, die haben eine furchtbare Beleuchtung. Da hängen Ikea-Blechpötte." Dort die Lichtplanung übernehmen zu dürfen, wäre ein Traum, sagt Klages. Zuhause setzt er auf Leuchtenklassiker, lebt aber auch mit seinen eigenen Kollektionen, und das nicht aus Eitelkeit: "So kann ich ganz bewusst testen, wie es sich mit den Leuchten lebt. Wie lassen sie sich anbringen? Wie wirken sie im Raum?", erklärt Klages. Ganz praktische Aspekte erprobt er so - zum Beispiel, wie sich auf den Leuchten Staub wischen lässt.

Bei "Licht im Raum" können in einem Museum im Untergeschoss auch unverkäufliche Sammlerleuchten besichtigt werden. Es sind Unikate, Leuchten, die nicht mehr produziert werden oder die es nur in kleiner Stückzahl gibt. Herzstück von Klages' Sammlung ist die Porca Miseria von Ingo Maurer aus dem Jahr 1994. Es ist ein Kronleuchter, bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass er aus zerbrochenen Tellern, Tassen und Besteck besteht.

Leuchten sind seine Leidenschaft geworden, dabei kam Klages als Quereinsteiger in die Branche. Eigentlich hat er Sportwissenschaft und dann Medizin studiert. 1990 stieg er in das Planungsbüro seines Schwiegervaters Johannes Dinnebier in Wuppertal ein, baute ab 1993 die Planungs-Abteilung bei Licht im Raum in Düsseldorf auf. 1996 entstand die erste eigene Leuchtenkollektion. 20 Jahre später stehen Auszeichnungen auf einem Regal in seinem Geschäft. Bald könnte eine hinzu kommen: Klages' Leuchten sind für den "German Design Award 2017" nominiert.

Quelle: RP
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