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Düsseldorf
Linke-Ratsfrau von Rechtsextremen bedroht

Düsseldorf. Angelika Kraft-Dlangamandla hat Anzeige erstattet, Polizei fährt verstärkt Streife.

Die Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Die Linke, Angelika Kraft-Dlangamandla, machte gestern ihrem Ärger Luft. Als im Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Vorsitzende Olaf Lehne auf die Vorkommnisse am Kölner Hauptbahnhof zu Silvester zu sprechen kam, mahnte er "Null Toleranz bei Rechtsverstößen" an. Damit richtete er sich gegen kriminelle Migranten. Für Angelika Kraft-Dlangamandla eine einseitige Sicht. Denn sie selbst sieht sich zurzeit von einer anderen Tätergruppe bedroht. Direkt vor ihrer Haustür. "Ich kann abends nicht mehr rausgehen. Das ist eine No-Go-Area", so die 62-Jährige. Die rechtsextremen Täter wohnten in ihrer Nachbarschaft. "Sie kennen mich und wissen, dass ich für Die Linke engagiert bin."

Begonnen habe es vor Weihnachten. An einem Platz mit Bänken an der Peter-Behrens-Straße in Garath versammle sich regelmäßig eine Gruppe von 20 bis 30 Männern um die 40, die zur rechtsradikalen Szene zählten. Seit der Hogesa-Demonstration in Köln vor einem Jahr sei die Gruppe präsent, sagt Kraft-Dlangamanda. An dem betreffenden Tag habe sie einer Frau, die Angst hatte, dort vorbeizugehen, angeboten, sie zu begleiten. Daraufhin seien sie von den Männern bedroht worden, die Frau kehrte um. Kraft-Dlangamandla aber sei von den Männern umringt und übel beschimpft worden. Gegen einen der Täter erstattete sie Anzeige. Die Polizei fährt nun verstärkt bei ihr Streife. Ein Platzverbot auszusprechen, sei nicht möglich, weil die Männer selbst dort wohnten, erklärten die Beamten der Politikerin. Den Gedanken, fortzuziehen, hat sie verworfen. "Die sollen wegziehen."

(stz)
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