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Düsseldorf
Lokomotive zieht angeklebte 200-Tonnen-Waggons

Düsseldorf. Reichen drei Gramm Klebstoff zwischen zwei Stahlblöcken aus, um eine Lokomotive ohne eine weitere Verbindung die Last von 208 Tonnen ziehen zu lassen? Sie reichen, wenn es sich um den richtigen Kleber handelt. Die Firma Henkel hat mit Hilfes dieses ungewöhnlichen Experimentes am Werksstandort Holthausen dutzenden Geschäftskunden aus ganz Europa in einer Veranstaltung ihren neuen Industrieklebstoff Loctite HY 4070 vorgeführt. Von Andrea Röhrig

Gerademal 31 Zentimeter lang und 7,5 Zentimeter breit waren die beiden miteinander verklebten Stahlstücke, die dafür sorgten, dass die tonnenschweren Waggons ohne das Verbinden der Kupplungen durch die Lok von der Stelle bewegt werden konnten.

Auch für Lokführer Thomas Becker war das kein normaler Job - wann bekommt er schon Applaus, wenn er einen Zug in Bewegung setzt? Warum die Firma Henkel solch einen Aufwand begeht, um ein neues Produkt bei den Kunden bekannt zu machen? "Wir wollen, dass der Mensch Vertrauen in die Klebelösung bekommt. Erst wenn man etwas selber sieht, dann lässt man sich auch von dem Produkt überzeugen", sagt Kourosh Bahrami, Corporate Vice President bei Henkel Adhesive Technologies. Und ja, es scheint zu funktionieren: Die Kunden goutieren den Aufwand, den das Düsseldorfer Unternehmen betrieben hat, mit Applaus und Bestellungen.

Denn Loctite HY 4070 klebt nahezu alles, unter anderem Messing, Gummi, Holz, Stahl, Aluminium. Er ist geeignet für eine breite Palette von Produktions- sowie Wartungs- und Reparaturanwendungen in der Industrie, berichtet Henkel. In manchen Bereichen kann er sogar das Schweißen ersetzen.

Kleiner Wermutstropfen für alle normalen Kunden: Noch gibt es den Superkleber, mit dem man, wenn man denn stark genug ist, sogar einen Güterzug ganz ohne Lokomotive ziehen könnte, nicht im Handel zu kaufen.

Quelle: RP
 
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