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Kolumne Made in Düsseldorf
Lufthansa und Flughafen - eine lange und schwierige Geschichte

Kolumne Made in Düsseldorf: Lufthansa und Flughafen - eine lange und schwierige Geschichte
Düsseldorf. Ihre lange gemeinsame Geschichte hat der Lufthansa und dem Flughafen Erfolg gebracht, aber immer wieder auch Spannungen.

Dazu passen Äußerungen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der die Gebühren in Düsseldorf jetzt als zu hoch bezeichnete und die beantragte Erweiterung der Kapazität (60 statt 47 Start und Landungen pro Stunde) kritisch kommentierte. Kein Wunder, denn diese nutzt vor allem seine Konkurrenz. Am Flughafen hat man die Entgeltstruktur verglichen - und kann keine großen Unterschiede entdecken. Ein für die Mittelstrecke typischer Airbus A320 koste bei 60-prozentiger Auslastung nahezu gleich viel, nennt der Flughafen ein Beispiel.

Die Beschränkungen in Düsseldorf belasten die Beziehung der Lufthansa zum hiesigen Flughafen seit den siebziger/achtziger Jahren. Damals startete Lufthansa die Überlegungen, für den wachsenden Luftverkehr ein zweites Drehkreuz einzurichten. Frankfurt war die unbestrittene Nummer eins, Düsseldorf mit seinem Einzugsgebiet die geborene Nummer zwei. Da war jedoch der Angerlandvergleich, der die parallele Nutzung beider Start- und Landebahnen so gut wie unmöglich macht und die Verlängerung der Startbahn ausschloss. Düsseldorf wurde als Quellmarkt gerne weiter abgegriffen, das große Wachstum und der Interkontinentalverkehr sollten dann aber woanders stattfinden. München wurde das zweite Drehkreuz.

Lufthansa hat sich bei der Langstrecke in Düsseldorf jedoch stets bewegt, wenn sich Konkurrenz regte. LTU war ein Stachel im Fleisch, später Airberlin. Gegen die stichelte Spohr jetzt vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung, meinte, der gehe es so schlecht, weil sie so viel in Düsseldorf mache. Stattdessen sprach er sich für mehr Wachstum bei Ferienflügen in Köln aus.

Derlei passt zum Vorstoß der Grünen, Luftverkehr in die Fläche in NRW zu verlegen. Solche Wünsche ignorieren, dass Unternehmen dem nicht unbedingt folgen. Bestes Beispiel ist Airberlin. Die Airline hat Verkehr an kleinen NRW-Flughäfen aufgebaut. Als der Preisdruck stieg, konzentrierte man sich mehr Flüge in Düsseldorf.

Quelle: RP
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