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General-Manager Jason Muller
Lush schafft in Düsseldorf 250 neue Stellen

General-Manager Jason Muller: Lush schafft in Düsseldorf 250 neue Stellen
Der Kosmetikkonzern Lush beschäftigt derzeit Menschen aus 46 verschiedenen Ländern und bietet kostenlose Deutschkurse an. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Der Kosmetikkonzern hat vor einem Jahr seine Produktion in Düsseldorf gestartet. Der Standort wächst überdurchschnittlich. General Manager Jason Muller spricht über den Brexit, Facharbeiter und den Standort Düsseldorf.

Wie ist der Standort Düsseldorf angelaufen?

Jason Muller Seit der ersten Planung Ende 2012 ist viel passiert. Wir haben im November 2015 den Vertrag zur Anmietung der ersten Hallen unterschrieben. Nach der Vorbereitung starteten wir im Juni 2016 mit der Produktion. Nachdem wir anfangs nur die 41 Filialen in Deutschland versorgten, wurde die Produktion stetig ausgebaut.

Welche Märkte bearbeiten Sie aus Düsseldorf?

Muller Wir mussten uns damals natürlich auch erstmal einfinden, aber die Wirtschaftsförderung der Stadt Düsseldorf und das britische Konsulat haben uns unterstützt. Wir beliefern mittlerweile auch Frankreich, die Benelux-Länder und Schweden und beschäftigen mittlerweile fast 600 Leute in der Manufaktur. Eine großartige Bestätigung war für uns auch die Auszeichnung mit dem NRW.Invest Award im Juli 2017 für unser Investment in Düsseldorf. Man merkt, dass man in der richtigen Stadt angekommen ist, wenn man von so vielen Seiten ungefragt Unterstützung angeboten bekommt.

Wie viele Mitarbeiter haben das Angebot von Lush angenommen, angesichts des Brexits nach Düsseldorf zu ziehen?

Muller Wir haben damals 20 Prozent der Produktion aus England nach Deutschland verlagert, und 80 Mitarbeiter sind während des Aufbaus nach Deutschland gezogen. Der Brexit spielt natürlich eine Rolle, aber wir haben eh und je die Möglichkeit geboten, dass man auch innerhalb des Unternehmens wechseln kann. Wir freuen uns, wenn wir die Expertise auch an anderen Stellen einsetzen können und wollen unser Team stärken, indem wir diese Freizügigkeit unterstützen.

Planen Sie eine Erweiterung in Düsseldorf?

Muller Wir sind noch stark im Wachstumsprozess. Von den anfangs 6000 Quadratmeter Fläche haben wir Mitte des Jahres eine Erweiterung von Segro angemietet und sind mittlerweile auf 10.760 Quadratmeter gewachsen. Ab 2018 möchten wir auch noch die Schweiz von Deutschland aus versorgen.

Wie sehr fürchten Sie den Brexit für das Unternehmen, und wie wird auf ihn reagiert?

Muller Wir haben die Manufaktur nicht wegen des Brexits aufgebaut, aber wir sind sehr froh, dass wir sie haben und so in einer sehr guten logistischen Lage und Infrastruktur wachsen können. Wir bauen trotz Brexit die Produktion weiter aus, um die Nachfrage weiter bedienen zu können. In unserem Heimatort in Poole Dorset in England wurden über die Weihnachtszeit weitere 800 Mitarbeiter eingestellt. Von der damals 20 Prozent ausgelagerten Produktion nach Deutschland ist wiederum ein 25-prozentiger Bedarf in Poole aus der Nachfrage im britischen Markt entstanden. Die Produktion dort wächst damit in diesem Jahr um weitere fünf Prozent. Wir investieren auch nicht nur in Düsseldorf. Wir haben noch Manufakturen in Australien, Brasilien, Japan, Kanada, Kroatien.

Wie erfolgreich war Ihre Anwerbe-Strategie für Personal?

Muller Wir haben mit den lokalen Job-Centern zusammengearbeitet, aber auch selbst in der Rheinischen Post inseriert. Wir haben in den letzten drei Monaten fast 250 Leute eingestellt, um für die Winterproduktion gerüstet zu sein. Wir sind froh mit derzeit 600 Leuten gut aufgestellt zu sein. Wir bringen den Mitarbeitern das Know-how selbst bei. Wir brauchen immer wieder Produktionshelfer, die sich bei uns auch nach oben arbeiten können.

Spüren Sie in Düsseldorf den Fachkräftemangel, wie er von den Kammern beklagt wird?

Muller Bisher hat uns dieser Mangel nicht erreicht. Es gibt zwar einige Schlüsselpositionen, wie zum Beispiel im Finanzbereich, aber die konnten bisher immer zeitnah besetzt werden.

Welche Mitarbeiter suchen Sie?

Muller Wir suchen immer wieder Mitarbeiter für die Produktion. In dem Bereich ist eine spezielle, vorherige Ausbildung nicht nötig, da wir in eigenen Trainings die Mitarbeiter aufbauen. Wir beschäftigen derzeit ein Team mit Menschen aus 46 verschiedenen Ländern. Wir leben Diversität, bieten unseren Teams aber auch kostenlose Deutschkurse an, damit alle miteinander kommunizieren können.

Warum haben Sie sich für Düsseldorf entschieden?

Muller Düsseldorf war mit seiner Lage und sehr guten Infrastruktur mit Blick auf die Logistik hervorragend geeignet, um unsere Märkte rund um Deutschland direkt bedienen zu können. Wir haben 279 Filialen in Europa und dementsprechend ist die Lage ein sehr wichtiges Kriterium, um zeitnah die frischen Produkte, die in kleinen Margen hergestellt werden, liefern zu können. Natürlich hat Düsseldorf auch selbst einen wunderbaren Charme, der es unseren Mitarbeitern erleichterte, hier die neue Manufaktur aufzubauen.

THORSTEN BREITKOPF FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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