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Düsseldorf
Luxus ist in den Augen von Kardinal Woelki keine Schande

Düsseldorf. Der Kölner Erzbischof fordert aber in einer Videobotschaft auf der Kö, dass Reichtum zur sozialen Gerechtigkeit beitragen muss. Von Julia Brabeck

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat sich gestern mit einer Videobotschaft, die auf der Kö aufgezeichnet wurde, an die Gläubigen gewandt. Zu sehen ist diese auf der Homepage des Kölner Domradios. Darin befasst sich der Seelsorger mit dem richtigen Verhältnis zwischen Reichtum und Glaube.

Wolki erklärt, dass Luxus und Reichtum keine Schande seien -aber nur wenn diese zur sozialen Gerechtigkeit beitrügen. "Denn Christen müssen nicht automatisch nur im Büßer- oder Bettelgewand rumlaufen. Für manchen gehören zum Leben ganz einfach edle Klamotten und teurer Schmuck dazu. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Himmel steht Armen und Reichen gleichermaßen offen", sagt der Kardinal.

Wichtig sei aber dabei, dass das rechte Maß, die Gerechtigkeit und die Armen nicht auf der Strecke blieben. "Starke Schultern sind belastbarer als die armer Schlucker. Wer also mehr Möglichkeiten hat als andere, der kann und muss auch viel mehr Gutes tun."

So würde die Kirche an der Kö für gutes Geld Gebäude vermieten. Das Geld käme aber den Armen und Bedürftigen zu Gute. Woelki zitiert auch Papst Benedikt, der einen Wandel hin zur sozialen Gerechtigkeit fordert. "Wenn hier auf der Kö Bettler und Banker aneinander vorbeilaufen, dann wird deutlich, wie notwendig dieser Wandel ist", sagt der Kardinal.

Bereits an Donnerstag hatte Woelki im Industrie-Club Düsseldorf dazu aufgerufen, die Armen in der Gesellschaft nicht aus den Augen zu verlieren. "Keine menschliche Gesellschaft kann sich menschlich nennen, wenn sie das Schicksal ihrer Armen aus dem Blick verliert."

Zudem hatte er von den führenden Persönlichkeiten der Wirtschaft ethische Grundsätze in der Wirtschaft eingefordert. "Die Art und Weise, wie wir hier in Deutschland wirtschaften, konsumieren und produzieren, hat Auswirkungen auf die Lebensmöglichkeiten von Menschen auf dem ganzen Erdball."

Quelle: RP
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