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Kolumne Auf Ein Wort
Macht einen fröhlichen Lärm!

Düsseldorf. Am Anfang unseres Daseins steht ein mehr oder weniger lauter Schrei. Und am Ende schließen mehr oder weniger geräuschvolle Atemzüge definitiv alles ab. Dazwischen liegen zahlreiche Varianten von mehr oder weniger kunstvollen Tonbildungen, die vom Flüstern, Sprechgesang, Rap über normale Lautbildungen bis hin zu chorischem, klassischen, poppigen, worshipmäßigen und kunstvollen Belcanto-Sologesang reichen.

Allesamt akustische Äußerungen und Signale, die seit der Frühzeit der Menschheit das Arbeiten und Ruhen, Begrüßen und Verabschieden, Loben und Danken, Klagen und Leiden, Lieben und Hassen, Freude und Leid des Lebens kommentieren, begleiten, auf den Punkt bringen und in einer Weise vertiefen, wie es nichts Anderes auf dieser Welt vermag. Denn: "Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen" (Yehudi Menuhin). "Ganz still und ohne Gewalt macht die Musik die Tür zur Seele auf" (Sophie Scholl). "Wer das Geheimnis der Töne kennt, kennt das Mysterium des ganzen Weltalls" (Hazrath Inayat Kahn). Deshalb: "Wer singt, betet doppelt" (Augustinus). Für den studierten Magister der Künste, Martin Luther, war die Musik die schönste Gabe Gottes. Er empfahl Musik und Gesang als eine "Therapie gegen den sauren Geist, gegen die Depression, denn sie erfrischt das Herz", macht froh und munter, verbreitet Freude und Zuversicht.

Der kommende Sonntag mit dem einladenden Aufruf "Cantate" (Singt!) fordert zu solchem emotionalen, betenden, die Tür des Herzens und das Geheimnis der Welt erschließenden Gesang auf. Er hat nicht weniger als die Genesung und die Gesundung von Leib und Seele im Gepäck. Dabei kann uns der formvollendete Ton, die gekonnte Koloratur und das angenehme Vibrato genauso voranbringen wie der weniger spektakulär umjubelte rauhe, aber von Herzen und aus dem Inneren kommende Kehllaut.

Lassen Sie sich also von den Worten des 150. Psalms einladen und: "Machen Sie einen fröhlichen Lärm für den Herrn! Denn Gott ist gut."

Quelle: RP
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