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Düsseldorf
Männer mit Spielgeld geprellt

Düsseldorf. 28-Jähriger vom Amtsgericht zu elf Monaten Bewährungsstrafe verurteilt

Mummenschanz und Rollenspiele gab es gestern bei einem Amtsgerichtsprozess um dreisten Betrug. Zwei Brüder traten verkleidet in den Zeugenstand, der eine mit Indianerperücke, der andere mit Schieber-Mütze und Sonnenbrille. Und statt auf der Anklagebank saß der Angeklagte mit fünf anderen Mitgliedern seiner Großfamilie mitten im Publikum. Der Richter behielt den Überblick, verhängte gegen einen 28-Jährigen elf Monate Bewährungsstrafe, 1000 Euro Buße und 200 Sozialstunden. Denn dieser Mann hatte laut Urteil das Brüderpaar im Februar 2014 mit Spielgeld um 60.000 Euro geprellt.

Begonnen hatte alles damit, dass am Auto eines der Brüder eine Visitenkarte klemmte. Ein Händler wolle angeblich den Wagen kaufen. Das Geschäft kam trotz vieler Telefonate nicht zustande, aber ein anderes Angebot eines "Herrn Goldmann" trieb die Brüder fast in den Ruin. Denn "Goldmann" gab vor, 120.000 Schweizer Franken gegen 60.000 Euro zu tauschen, womit die Brüder fast 40 Prozent mehr bekommen hätten, als beim damals gültigen Wechselkurs. Tatsächlich trafen die Brüder (45/46) damals den "Goldmann" in einem Derendorfer Café, dort stopfte der Geldwechsler hektisch dicke Geld-Bündel in die Tasche der Gebrüder, schnappte sich deren Euro-Bündel - "und war wie vom Erdboden verschluckt", so die Brüder. Erst da merkten sie, dass ihnen 231 Spielgeldscheine angedreht worden waren. Der Tatverdächtige wurde gestern von einem Zeugen als "Goldmann" identifiziert.

(wuk)
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