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Düsseldorf
Männer vertragen sich nach Altstadt-Schlägerei vor Gericht

Düsseldorf. Mit einer Premiere beim Schwurgericht haben sich zwei Männer nach einem blutigen Altstadt-Streit gestern auf Anregung des Gerichts in einem Vier-Augen-Gespräch versöhnt. Ein Flugzeugmechaniker (37) soll in einer Julinacht 2014 einen 25-Jährigen in einem Lokal an der Bolkerstraße vom Barhocker geprügelt, ihm dann eine scharfkantige Scherbe in Hals und Brust gerammt haben.

Die Anklage ging von versuchtem Totschlag aus. Doch nach der Aussprache unter Männern (die sich beide an den Tatabend und den Streit im Detail nicht erinnern konnten) stand fest: Beide vertragen sich wieder, der Angeklagte zahlt dem Opfer jetzt 3000 Euro. Das Gericht befand, dass dem Angeklagten wegen der damals hohen Alkoholisierung und des Tatablaufs keine konkrete Tötungsabsicht nachzuweisen sei. Zwar habe er die Halsschlagader des Opfers "nur um Millimeter" verfehlt, aber insgesamt sei das nur als gefährliche Körperverletzung zu werten. Da der Angeklagte geständig und unbescholten war, verhängten die Richter nur 18 Monate Bewährungsstrafe. Doch gaben sie dem 37-Jährigen auf, nicht nur 3000 Euro, sondern 5000 Euro an das Opfer zu zahlen - "nach besten Kräften". Wegen des Vorfalls hatte der Angeklagte zunächst seinen Job verloren.

(wuk)
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