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Düsseldorf
Ich werd' Sie beleidigen, ich will nur Ihr Geld

Manes Meckenstock: Versteigerung für Kinderschutzbund
Manes Meckenstock bei der Versteigerung mit einer "total wertvollen" chinesischen Porzellanvase und einem seltsamen Schwein FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Für den Kinderschutzbund versteigerte der Kabarettist und Entertainer Manes Meckenstock am Sonntag im Schumacher Schönes und Scheußliches - von der Heintje-Platte bis zum Schweine-Tablett-Halter. Von Thorsten Breitkopf

Menschen, die sich für den guten Zweck beschimpfen lassen wollten, waren am Sonntag im Brauhof der Brauerei Schumacher an der Oststraße am richtigen Ort. Dort versteigerte der Kabarettist und Moderator Manes Meckenstock als Auktionator Dinge, die man selbst an stark Betrunkene auf Trödelmärkten kaum verkaufen kann. "Schönes und Scheußliches" hieß das Motto. Und Meckenstock machte unmissverständlich klar, dass diese Auktion kein Kuschelkurs ist, nur weil es darum geht, Geld für den guten Zweck, konkret für den Kinderschutzbund Düsseldorf, einzusammeln.

Zum Beginn der Versteigerung im schön dekorierten Innenhof sagte Meckenstock mit steinerner Miene: "Ich werde Sie bedrängen, ich werde Sie beleidigen: Ich will nur Ihr Geld!" Klare Ansage, die beim Publikum gut ankam. Der Brauhof war mit 180 Gästen proppevoll. "Und wer nicht mitbietet, nur gaffen will, der soll gefälligst am Ende 'ne Spende in den Korb tun", sagte Manes, und erntete Applaus. Aber nicht genug: "Mehr Applaus bitte, ich arbeite unbezahlt hier." Dafür liebt ihn sein Düsseldorfer Publikum.

Manes Meckenstocks Erfolgsrezept: Er mischt scheußliche mit minderscheußlichen und halbwegs oder ganz brauchbaren Sachen und kratzt damit ansehnliche Beträge für den Kinderschutzbund zusammen. 47 Teile wurden versteigert. Jedes siebte ist ein sogenanntes "Überraschungs-Ei", so nennt Meckenstock Versteigerungsobjekte, bei denen er den Inhalt geheim hält. "Sie müssen verstehen, sonst würde die niemand ersteigern", sagt er dem Publikum offenherzig, warnt vor einer möglichen Ersteigerung, und wird doch problemlos jede Scheußlichkeit los.

Das erste Ü-Ei nennt er geheimnisvoll "Nur für Muttis!" Und schnell gibt es eine Handvoll Bieterinnen, die trotz Manes' Warnung echtes Geld in den Ring werfen. Den Zuschlag erhält Gertrud Schnitzler-Ungermann, Inhaberin des Brauhauses Schumacher, und entdeckt beim Auspacken ihrer Überraschungs-Ersteigerung eine Original-Schallplatte mit dem Lied "Mama" von Heintje. Gelächter im Brauhof. "Ich find's gar nicht so schlimm, da kann ich problemlos mitsingen", sagt Schnitzler-Ungermann leise in der letzten Reihe, und ist sich nicht zu schade, anschließend noch einen geschmacklosen goldenen Parfüm-Flakon, der seltsam riecht, zu ersteigern.

Doch zwischen Tabletthaltern mit Schweinekopf, alten Vasen, einer Halskette, die an einen alten Lüster erinnert, und anderem Tand gibt es auch echte Schätzchen zu ersteigern. Etwa eine türkische "Wein-Meze-Verkostung für zwei Personen im Wert von 60 Euro". Oder ein Kochbuch mit Ladenpreis 20 Euro, das zu Manes großem Erstaunen für viel mehr als diese Summe unter den Hammer kommt. Was überwiegt, sind jedoch Dinge, die laut Manes zwar auch als Hochzeitsgeschenk taugen (Schokoladen-Fondue-Set), aber doch besser für "Hass-Wichteln in der Weihnachtszeit geeignet sind". Erlöst wurden 2300 Euro, 1000 mehr als Manes erwartet hatte. Gertrud Schnitzler-Ungermann spendete weitere 728 Euro anlässlich des 728. Geburtstags der Stadt am gestrigen Sonntag.

Quelle: RP
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