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Düsseldorf
Mann fordert Geld von Regisseur

Düsseldorf. Mit Wut im Bauch und leeren Taschen zog ein Kaufmann (73) aus dem Raum Stuttgart am Freitag gegen einen Düsseldorfer Film-Produzenten und Regisseur vors Landgericht.

Für die Produktion eines 90-Minuten-Kino-Thrillers hatte der Senior laut Klage einst rund 300.000 Euro als Darlehen vorgeschossen. Angeblich sollte die Geldanlage, verzinst mit 12,5 Prozent, aus der Verwertung des Films an den Geldgeber zurückfließen. Nur sind die Aussichten dieses Krimis an den Kinokassen offenbar nicht allzu rosig. Anfang 2016 wurde der Streifen zwar von der FSK für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben, nur ein Verleih hat sich für den Film bislang offenbar nicht gefunden.

Der Geldgeber von einst will und kann angeblich aber nicht länger warten, will seine Finanzspritze jetzt mit Gerichtshilfe zurückfordern. Er habe, so gab der Kaufmann gestern an, nun sogar sein Haus verkaufen müssen, sei inzwischen auch so verarmt, dass er selbst das Zugticket zum Prozessbeginn in Düsseldorf nur auf Pump finanziert habe.

Die Produktionsfirma hält die Klage für unberechtigt. Da bislang aus dem Film kein Erlös erzielt worden sei, könne auch noch kein Geld an den 73-Jährigen zurückfließen. Immerhin 33.500 Euro hat der Geldgeber per Einmalzahlung inzwischen zurückerhalten. Der Versuch des Landgerichts, den Prozess per Vergleich zu beenden, ist misslungen. Der Kläger lehnte jede Einigung ab, er habe "kein Geld zu verschenken", trug er vor.

Der Regisseur und Produzent waren beim Prozess nicht anwesend. Er drehe gerade seinen nächsten Film, hieß es. Dabei soll es sich um die Neuauflage eines Western-Klassikers handeln, der mit Yul Brunner und Horst Buchholz in Hauptrollen einst die Kino-Charts gestürmt hatte. Wann der Prozess um die aktuelle Darlehens-Klage weiter geht, ist derzeit noch ungewiss.

(wuk)
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