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Düsseldorf
Mann ist im Altkleidercontainer erstickt

Mann stirbt in Altkleidercontainer in Düsseldorf
Mann stirbt in Altkleidercontainer in Düsseldorf FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Das Ergebnis der Obduktion liegt vor. Der Tote aus dem Altkleidercontainer in Garath war 25 bis 35 Jahre alt. Die Polizei befragt Anwohner. Von Helene Pawlitzki und Uwe-Jens Ruhnau

Die Identität des Mannes, der in Garath in einen Altkleidercontainer klettern wollte und bei diesem Versuch in der Nacht zu Sonntag starb, war bis Montagabend noch nicht geklärt. "Unsere Beamten laufen durch den Stadtteil und führen Haustürbefragungen durch", sagte ein Sprecher der Polizei. Klar ist nun jedoch, wie der Unbekannte ums Leben gekommen ist: Die Obduktion ergab am Montag, dass er erstickt ist. Es seien keine Hinweise auf Fremdeinwirkung festgestellt worden, hieß es. Sein Alter wird nunmehr mit 25 bis 35 Jahre angegeben.

Also ist der Mann, der nach Mitternacht auf dem Parkplatz an der Koblenzer Straße aufgefunden wurde, aus freien Stücken kopfüber in den Container geklettert und dabei steckengeblieben.

Der Container, in dem in der Nacht zu Sonntag ein Mann starb FOTO: end

Das ist kein Einzelfall. Immer wieder berichten bundesweit Zeitungen über solche Todesfälle. So gab es seit 2008 in Deutschland mindestens vier Fälle, bei denen Menschen bei dem Versuch, Kleidung aus einem Container zu fischen, erstickten oder einen Herzinfarkt erlitten. Diese Vorfälle werden allerdings nicht zentral registriert. Nur sehr schwer lässt sich folglich sagen, wie oft sie genau vorkommen.

Bekannt ist, dass mit ausrangierter Kleidung grundsätzlich viel zu verdienen ist. Das große Geld lässt sich allerdings nicht einfahren, indem man einzelne Pullover herauszieht, wie es auch in Düsseldorf immer wieder vorkommt. Wer das tut, sucht nach Kleidung für sich selbst. Das vermutet auch Thomas Ahlmann im aktuellen Fall. Man könne natürlich nur spekulieren, sagt der Sprecher von Fairwertung, dem Dachverband gemeinnütziger Altkleidersammler. "Aber die Vorgehensweise lässt vermuten, dass das Opfer sich für seine eigene Garderobe bedienen wollte."

Das schließt Ahlmann daraus, dass die Vorgehensweise "eher schlicht" gewesen sei: Der Mann war offenbar allein unterwegs, jedenfalls hat niemand versucht, ihm zu helfen. Die Container seien so konstruiert, dass man allenfalls die obersten zwei Kleidersäcke entnehmen könne. "Damit wird keiner reich." Prinzipiell, glaubt Ahlmann, seien die Container sicher. Unglücksfälle könne es nur bei unsachgemäßem Gebrauch geben.

Ralf Böhme von der städtischen Entsorgungstochter Awista bestätigt das. Es seien vor zwei Jahren 600 neue Container aufgestellt worden, ihre Sicherheit sei überprüft und Tüv-zertifiziert. Der Garather Fall sei der erste, bislang sei niemand verletzt oder getötet worden.

Quelle: RP