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Düsseldorf
Mann soll Anleger betrogen haben

Düsseldorf. Laut Anklage hat ein 68-Jähriger rund 700.000 Euro Schaden verursacht.

Luftgeschäfte mit Aktien, die es gar nicht gegeben habe, wirft die Staatsanwaltschaft seit gestern einem 68-jährigen Händler vor. Mehr als zehn Jahre nach seinem Auftritt als alleiniger Gesellschafter und angeblich faktischer Geschäftsführer einer Vermögens- und Verwaltungsfirma mit damaligem Sitz an der Lindemannstraße muss der Rentner sich wegen gewerbsmäßigen Betruges und der Gefahr eines erheblichen Vermögensverlustes für eine Vielzahl von Geldgebern vor dem Landgericht verantworten. Der Schaden soll bei fast 700.000 Euro gelegen haben.

Zu Prozessbeginn ließ er über seine Anwälte aber mitteilen, er wolle weder zum Lebenslauf aussagen noch zur Anklage. Die angeblich lukrativen Geschäfte waren ab Mai 2005 rund ein Jahr lang durch Telefonverkäufer möglichen Geldanlegern unaufgefordert angeboten worden. Eine der Firmen, um deren Aktien es damals laut Anklage ging, sei ein namhaftes US-amerikanisches Unternehmen auf dem Gebiet der Krebsforschung, das kurz vor dem Börsengang stünde, hieß es.

Rund 50 Geldgeber ließen sich damals laut Staatsanwaltschaft für das Geschäftsmodell gewinnen, zahlten insgesamt angeblich mehr als 688.000 Euro ein, um sich solche Aktien im vorbörslichen Handel zu sichern. Kurz danach hätten die Anleger aber erfahren, dass es Probleme gebe, dass sie ihre Aktien jedoch problemlos im Verhältnis 3 zu 1 gegen Aktien einer anderen Firma tauschen könnten. Dahinter steckte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft aber der pure Lug und Trug. Denn der Angeklagte und zwei als Geschäftsführer eingetragene Partner hätten das eingenommene Geld keineswegs in Anlagegeschäfte investiert, sondern für sich behalten.

Die Verfahren gegen die anderen beiden Firmen-Chefs wurden inzwischen eingestellt - dafür stehen sie jetzt im Verfahren gegen den 68-Jährigen allerdings als Zeugen zur Verfügung. Wann das Landgericht urteilt, ist derzeit noch ungewiss.

(wuk)
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