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Prozess in Düsseldorf
Mann soll entführten Schweizer Jungen Paul 15 Mal missbraucht haben

SEK stürmt Wohnung in Düsseldorf-Hassels
SEK stürmt Wohnung in Düsseldorf-Hassels FOTO: Daniel Bothe
Düsseldorf. Im Fall des zwölfjährigen Paul beginnt am 2. Dezember der Prozess gegen einen Düsseldorfer Kinderschänder. Der 35-Jährige hatte den Jungen aus der Schweiz in seine Wohnung gelockt und laut Anklage 15 Mal missbraucht. 

Die Anklageschrift geht davon aus, dass sich der Angeklagte und Paul Anfang 2016 über das Onlinespiel "Minecraft" kennenlernten. In diesem Spiel habe der Angeklagte eine geschlossene virtuelle Welt eröffnet. Durch das Spiel soll sich der 35-Jährige das Vertrauen des Jungen erschlichen und ihn schließlich zu einem Treffen überredet haben. 

Am 18. Juni soll der Angeklagte von Düsseldorf nach Zürich geflogen sein und sich mit Paul getroffen haben. Obwohl Paul zunächst nicht mit dem Angeklagten mitgehen wollte, soll der Mann ihn laut Anklage überzeugt haben, mit ihm nach Düsseldorf in seine Wohnung zu fahren. Die Eltern, die nichts vom Kontakt ihres Sohnes zum Angeklagten wussten, meldeten ihren Sohn noch am gleichen Tag als vermisst. 

Am 26. Juni holte das SEK den Jungen schließlich aus der Wohnung in Hassels. Dort fand die Polizei laut Anklage mehrere Computer, Mobilfunkgeräte und andere Datenträger, auf denen sich Tausende kinder- und jugendpornographische Bilder und Videos befunden haben sollen. Der gelernte Koch sitzt in Untersuchungshaft und hat laut Staatsanwaltschaft gestanden

(irz)