| 16.43 Uhr

Düsseldorf
Mann soll sieben Auto-Unfälle fingiert haben

Düsseldorf. Dieser Mann ist der größte Autofahrer-Pechvogel Düsseldorfs oder ein gewiefter Trickser und Schwindler. Welcher der beiden Varianten auf einen Detektiv (51) zutrifft, der seit Montag beim Amtsgericht angeklagt ist, bleibt vorerst ungewiss.

Der Staatsanwalt geht von der Betrugs-These aus, weil der Angeklagte in sechs Jahren mit diversen Autos reihenweise in Verkehrsunfälle verwickelt war. 22 Mal hat es nach Angaben seines Anwalts mit Autos des Angeklagten gekracht, sieben jener Karambolagen wertet die Anklage jetzt als vorsätzlich herbeigeführte Unfälle mit dem Ziel, die Versicherungssumme zu kassieren. Doch der Angeklagte bestreitet das.

Ein tiefer Seufzer kommt jedes Mal von der Anklagebank, wenn der 51-Jährige jeden einzelnen seiner Unfälle jetzt noch detailliert schildern soll. Vier Autos hatte er zwischen 2006 und 2014 berufsbedingt angemeldet - und dauernd war einer dieser Wagen in irgendeine Karambolage verwickelt. Von 22 Zivilprozessen, die sich daraus ergaben, hat der Angeklagte nach Darstellung seines Verteidigers Markus Hertel alle gewonnen. Doch bei sieben dieser Kollisionen glaubt der Staatsanwalt nicht an Zufall, Schicksal, Fügung oder Pech.

Denn meist sollen es Auffahrunfälle gewesen sein, die der Detektiv angeblich gezielt herbeigeführt habe, indem er im Stadtverkehr plötzlich und grundlos gebremst habe. Schon das wies der Angeklagte empört zurück. Mal sei er von einem anderen Autofahrer urplötzlich geschnitten worden, habe einen "leichten Zusammenstoß dann nicht mehr vermeiden können". Mal habe er verkehrsbedingt wegen eines Rückstaus anhalten müssen - und prompt sei ihm ein nachfolgender Geländewagen ins Heck gerauscht. "Da wusste ich, es gibt wieder Probleme, ich habe selbst langsam schwarz gesehen", so der Angeklagte.

Aber Mal konnte sein Sohn (in einem anderen Auto hinterherfahrend) seine Unfallversion bestätigen, mal war seine Tochter dabei. Doch fast jedes Mal hatten die Unfallgegner behauptet, der Angeklagte habe abrupt gebremst, die Kollision dadurch provoziert. Da der 51-Jährige das vehement zurückwies, muss nun jeder Fall mit allen Zeugen einzeln aufgedröselt werden. Dafür hat das Amtsgericht jetzt die nächsten Montagvormittage jeweils als Verhandlungstermine reserviert.

(wuk)
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