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Matthias Pieper

Düsseldorf. Heute ist für Matthias Pieper ein besonderer Tag. Am 16. April 1988 wurde dem Erkrather Rechtsanwalt ein neues Herz transplantiert. "Ich werde an dem Tag ganz normal arbeiten. Aber am Abend werde ich mit meiner Familie und mit Freunden feiern. Der Satz stimmt einfach: Es ist mein zweiter Geburtstag," sagt der heute 57-Jährige. 1988, am Ende seines Jura-Studiums, erkrankte er an einer Herzmuskelentzündung, die sich dramatisch entwickelte. Eine Herztransplantation wird von den Ärzten als "hoch dringlich" eingestuft. Er erhält das Herz eines 19-jährigen Motorrad-Fahrers, der tödlich verunglückt und Organspender ist. Die Transplantation ist ein Erfolg: "Ich war drei Wochen in der Klinik, dann bin ich ins Studium zurückgekehrt." Heute ist Pieper Personaldirektor bei einem großen Unternehmen und hat mit seiner Frau zwei erwachsene Söhne, hält sich mit Wandern und seinem Ergometer fit. Vor über zehn Jahren drohte ihm dann ein akutes Nierenversagen. Eine Folge der Medikamente, die Pieper nehmen musste. Nach intensiver Vorbereitung an der Uniklinik Düsseldorf erhielt er eine Lebendspende durch seinen Vater. "Das war für mich eine Wiedergeburt. Ich konnte wieder essen, normal trinken. Ich bin unendlich dankbar." Auch für seinen heute 87-jährigen Vater verläuft die Spende problemlos.

Pieper wünscht sich, dass mehr Patienten von einer Spende profitieren. Etwa durch eine Widerspruchslösung, bei der sich die Bürger entscheiden müssen, wenn sie keine Organe spenden möchten. "Ich denke, diese ethische Verpflichtung zu einer solchen Entscheidung ist zumutbar. Denn jeder kann in eine Situation kommen, in der man auf ein Spenderorgan angewiesen ist." Sonja Schmitz

Quelle: RP
 
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