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Düsseldorf
Mediziner informieren zum Thema Impfen

Düsseldorf. "Mumps, Masern und Röteln können wir in Deutschland ausrotten - aber nur, wenn sich möglichst alle, also 95 Prozent der Bevölkerung, dagegen impfen lassen." Eindringlich machte der Internist und Infektiologe Burkhard Rieke beim RP Ratgeber Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) die Bedeutung von Impfungen klar. Und er trat Bedenken entgegen, was die Nebenwirkungen oder Folgen betrifft: Nur drei schwerer wiegende Fälle, die er melden musste, hat er während seiner 17-jährigen Tätigkeit erlebt. Ausführlich schilderte Rieke die Vorgänge im Körper: "Bei einer Impfung geben wir ein Antigen, also zum Beispiel ein Stück eines Keims. Es wird von Zellen aufgenommen, die es dem Immunsystem als gefährlich präsentieren. In der Folge entstehen Antikörper, die den Menschen schützen."

Arbeitsmedizinerin Monika Stichert schloss sich Riekes Appell an, Impflücken zu schließen: "Wer die Impfung nicht möchte, muss die Erkrankung probieren", sagte die Betriebsärztin. Und sie zog einen Vergleich zum Computer, den man ja auch vor Viren schütze. Da es keine Impfpflicht in Deutschland gibt, müssen spezialisierte Ärzte die Patienten überzeugen. Die Experten der Ständigen Impfkommission (Stiko) sprechen jährlich Empfehlungen aus, ab wann welche Impfstoffe geimpft werden sollen. Stichert: "Wir kennen viele Krankheiten in Deutschland schon gar nicht mehr, deshalb wird der Impfschutz vernachlässigt." Eine gefährliche Entwicklung, meint Monika Stichert.

(pla)
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