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Düsseldorf
Mehr als nur eine Schülerzeitung

Düsseldorf: Mehr als nur eine Schülerzeitung
Nachbesprechung der Ausgabe "Grenzenlos": Lara Kuppen (17), Paul Nachtwey (18) und Julia Dagg (17) vom Redaktionsteam der Schülerzeitung Suspekt am St. Ursula Gymnasium. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Mit ihrem Magazin Suspekt gewannen Schüler des St. Ursula Gymnasiums bereits zahlreiche Preise bei Wettbewerben. Sie verstehen die Zeitung auch als Medium, um ihre politische Meinung zu veröffentlichen. Von Sven André Dreyer

Komprimiert auf kleinem Raum, gleicht das Redaktionsbüro der Schülerzeitung Suspekt in der zweiten Etage des St. Ursula Gymnasiums an der Ritterstraße durchaus den Räumen professioneller Redaktionen von Tageszeitungen und Magazinen. Die an der bislang halbjährlich im Din-A-4-Format erscheinenden Zeitung mitarbeitenden Schüler finden hier alles, was sie für ihre Arbeit brauchen: Computer, die mit aktueller Text- und Grafiksoftware ausgestattet sind, einen Konferenztisch, der der Besprechung der Inhalte und Themen der aktuellen Ausgaben dient und ein Archiv, das nicht nur Recherchematerial vergangener Ausgaben, sondern auch die gesamte Chronik aller bisher erschienen Schülerzeitungen seit 1996 umfasst. Zuletzt wurde ein gebrauchtes, aber sehr gut erhaltenes Sofa angeschafft. "Das haben wir für kleines Geld im Internet ersteigert", sagt Lara Kuppen (17), die nach den Sommerferien die Rolle der Chefredakteurin übernehmen wird.

Nach einer redaktionellen Mitarbeit tritt sie damit die Nachfolge von Julia Dagg (17) und Paul Nachtwey (18) an, die in diesem Sommer ihr Abitur abgelegt haben und bald ein Studium beginnen wollen. Alle drei engagieren sich auch in der Schülervertretung der Schule und wollen dieser, nicht zuletzt auch über das Medium Schülerzeitung, eine Stimme geben. Die Interessen und Meinungen von Schülern zu vertreten und eine Schülerzeitung zu machen, gehöre irgendwie zusammen, finden sie.

Und so erhalten immer wieder aktuelle, durchaus politische Themen, die den Schülern wichtig sind, Raum in der Zeitung Suspekt. Mit Titeln wie "Die Jugend von heute", "Grenzenlos" oder "Schwul, oder was?" werden Inhalte wie die aktuelle Zuwanderungspolitik aber auch die Ehe für alle besprochen und diskutiert.

Pro Ausgabe beteiligen sich bis zu 40 Schüler von der Unter- bis zur Oberstufe des Gymnasiums an der Gestaltung der Zeitung und veröffentlichen darin außer Texten immer wieder auch eigenständig angefertigte Grafiken und Fotos. Eine Aufgabe, die insbesondere Nachtwey an seiner bisherigen Mitarbeit sehr schätzt: "Gerade die Verbindung von Schreiben und dem Ausprobieren neuer Layoutideen war für mich ein Schlüsselmotiv, um mitzumachen."

Doch darüber hinaus fallen für die Mitarbeiter der Redaktion weitere Aufgaben an: Denn die Finanzierung und Vermarktung der ausschließlich von Schülern realisierten, stets rund 100 Seiten starken und in einer Auflage von 700 Stück erscheinenden Zeitung ist Sache der Redaktionsmitglieder. Und so gehört die Akquise von Anzeigenkunden genauso zu ihren Aufgaben wie der Vertrieb.

Starken Rückenwind bekommen die Schüler immer wieder auch durch die Auszeichnung ihrer Zeitung mit Preisen auf Landes-, aber auch auf Bundesebene. Im Juni dieses Jahres wurde die Zeitung des St. Ursula Gymnasiums unter mehr als 100 Bewerbungen anderer Schulen mit dem ersten Platz des Schülerzeitungspreises der Rheinischen Sparkassen ausgezeichnet. Damit ist sie auch für den Schülerzeitungswettbewerb der Länder qualifiziert, der im Berliner Bundesrat vergeben wird. Und auch die Vorgängerausgabe mit dem Titel "Zukunft" wurde prämiert: Sie erhielt den Sonderpreis für Bildung, Beruf und Studium der Jungen Presse und lädt die an der Ausgabe beteiligten Redakteure unter anderem zu einem weiterbildenden redaktionellen Workshop ein.

Doch nicht nur die Auszeichnungen, "gerade die Nachwuchsarbeit und die Möglichkeit der Teilnahme am schulpolitischen Leben motiviert uns, weiterzumachen", sagt Kuppen, die derzeit die neue Ausgabe der Schülerzeitung plant und ihr zukünftiges Redaktionsteam vor dem notwendigen Engagement warnt. Denn parallel zu den Vorbereitungen für die Schule investieren die Redakteure stets auch etliche Stunden ihrer Freizeit in ihre Schülerzeitung.

Quelle: RP
 
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