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Made In Düsseldorf
Mehr Druck auf Carsharing-Unternehmen

Fragen und Antworten zum Carsharing
Fragen und Antworten zum Carsharing FOTO: Schaller,Bernd
Meinung | Düsseldorf. DriveNow und Car2go verkleinern ihre Geschäftsgebiete. Das macht Carsharing unattraktiv. Dabei subventioniert die Stadt die beiden Firmen mit billigen Parkgebühren.

Die Nachricht, dass das Car-sharing-Unternehmen Car2go sein Geschäftsgebiet in Düsseldorf verkleinert, ist eine schlechte für Düsseldorf. Wie bereits der zum BMW-Konzern gehörende Konkurrent DriveNow im November vergangenen Jahres zieht sich nun auch die Daimler-Tochter aus dem Stadtrand Düsseldorfs und weitgehend aus den Umlandgemeinden zurück.

FOTO: Radowski

Jetzt könnte man marktliberal auf dem Standpunkt stehen, dass Carsharing halt nur dort angeboten wird, wo es wirtschaftlich lohnend ist. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Carsharing ist ein elementarer Baustein im Personenverkehr der Zukunft. Es ist eine ideale Ergänzung von Fahrradwegen, U- und Straßenbahnen, Bussen und dem Regionalverkehr. Genau aus diesem Grund subventioniert die Stadt Düsseldorf ja auch die beiden Carsharing-Unternehmen.

Es gibt zwar keine direkten Zahlungen, aber dafür, dass die Carsharing-Fahrzeuge in Düsseldorf auf jedem öffentlichen Parkplatz gratis abgestellt werden dürfen, zahlen die Firmen eine Summe von 800 Euro. Insgesamt nahm die Stadt Düsseldorf im Jahr 2014 5,9 Millionen Euro an Parkgebühren für ihre Parkplätze ein. Wie viele Parkplätze in öffentlicher Hand es in der Stadt gibt, ist nicht ermittelbar.

Fahrzeug-Sharing in Düsseldorf FOTO: BMW

Es ist aber davon auszugehen, dass der Stadt mehrere Tausende Euro im Jahr an Einnahmen durch ein dort abgestelltes Carsharing-Auto entgehen. Mit diesem Argument sollten die Stadtverwaltung und die Politik in die Gespräche mit Car2go und DriveNow gehen, um wieder eine Erweiterung der Geschäftsgebiete um den Stadtrand zu erwirken.

Wenn Carsharing nicht mehr in den Außenbereichen möglich ist, ist es sinnlos. Im reinen Innenstadtbereich kommt man auch ohne Auto, allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gut voran. Das Netz von Bahn- und Buslinien ist - wie in jeder Großstadt - im Zentrum am dichtesten. Carsharing aber ist ja gerade dort attraktiv, wo die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr schlecht oder etwa in den Abendstunden gar nicht verfügbar ist. Als Alternative bietet sich dann nur das eigene Auto an. Die Idee der Carsharing-Pioniere war es aber ja gerade, zu verhindern, dass Autos im Grunde die meiste Zeit herumstehen und so ungenutzt viel Parkraum in der Innenstadt blockieren.

Carsharing - was Sie beachten sollten FOTO: TÜV Süd
Quelle: RP
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