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Düsseldorf
Mehr Düsseldorfer als je zuvor bei Olympia

Diese Düsseldorfer sind bei Olympia in Rio dabei
Diese Düsseldorfer sind bei Olympia in Rio dabei FOTO: Bretz Andreas
Düsseldorf. Zehn Sportler werden die Landeshauptstadt bei den Spielen in Rio vertreten. Die beachtliche Teilnehmer-Zahl ist auch Ergebnis der besonderen Förderung in Düsseldorf. Von Christian Herrendorf und Andreas Bretz (Fotos)

Die Chancen stehen gut, dass die NRW-Landeshauptstadt die Zahl ihrer olympischen Medaillen erhöht. In den vergangenen 110 Jahren haben Düsseldorfer Sportler 17 Mal Edelmetall bei den Sommerspielen gewonnen, nun ist mindestens die statistische Wahrscheinlichkeit auf weitere Erfolge bemerkenswert hoch. Sieben Landeshauptstädter sind bei den Olympischen, weitere drei bei den Paralympischen Spielen am Start. "Wir waren im Vorfeld noch nie so erfolgreich. Acht der 13 Mitglieder des Stockheim-Team Rio haben sich tatsächlich qualifiziert", sagte Martin Ammermann, Geschäftsführer von Düsseldorf Congress Sport & Event (DCSE), bei der Verabschiedung im Rathaus.

Die Mitglieder des Teams Rio sind die Tischtennis-Profis Timo Boll und Patrick Franziska, Sandra Mikolaschek, Thomas Schmidberger und Jochen Wollmert, die bei den Paralympischen Spielen im Tischtennis antreten, sowie die Hockey-Spielerinnen Lisa Marie Schütze, Selin Oruz und Annika Sprink. In der Liste aller deutschen Athleten tauchen noch zwei Mal Düsseldorfer auf. Die Golferin Sandra Gal kam in Düsseldorf zur Welt und hat ihren Sport hier gelernt. Heute ist sie auf der US-Tour unterwegs. Tennistalent Alexander Zverev stammt zwar aus Hamburg, spielt in der aktuellen Bundesliga-Saison aber für den Rochusclub. Der 18-Jährige war zuletzt in Wimbledon bis in die dritte Runde gekommen.

Dass Gal und Zverev auch als Repräsentanten der Landeshauptstadt in Brasilien auftreten, überraschte die DCSE offenkundig. Für Golf- und Tennisprofis sei eine Förderung uninteressant, wegen ihrer internationalen Einsätze könnten sie das Stockheim-Team Rio auch nicht vor Ort repräsentieren, erklärte Ammermann. Oberbürgermeister Thomas Geisel reagierte anders. Nachdem er von der Nominierung erfahren hatte, lud er die Sportler spontan zu einem Treffen ein. Wenn dies vor Olympia nicht mehr zustandekomme, wolle er ihnen die besten Wünsche der Stadt in einem Brief senden und hoffe, sie in Rio zu treffen, wenn er die Spiele besuche.

Die hohe Zahl der Nominierten bestätigt die Sportstadt Düsseldorf, die sich im vergangenen Jahr neu aufgestellt hat. Teil des Konzepts ist eine dreigeteilte Förderung von Leistungssportlern. Die Spitze bildet das erwähnte "Stockheim Team Rio". Darin sind neben den genannten Athleten auch Leichtathleten und eine Seglerin vertreten. Um die Talente aus den Nachwuchsklassen kümmert sich das "Junior Elite Team". Zwischen beiden Gruppen soll es künftig eine weitere geben, die Sportler betreut, die am Übergang von der Jugend zum Profi-Dasein stehen. Für alle diese Sportler steht seit dem Frühjahr mehr Geld zur Verfügung. Gut 20 Unternehmen, darunter drei städtische Töchter, stellen für die kommenden drei Jahre insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Diese Summe kommt zu den rund 360.000 Euro, die jährlich aus dem städtischen Etat in den Spitzensport fließen.

Wie wichtig die Unterstützung in der Praxis ist, erläuterten die Tischtennis-Profis. Eine Unterstützung wie die im Team Rio gebe es nur selten in Deutschland. Sie sei für viele elementar, um ihren Sport so professionell wie möglich auszuüben, sagte Boll. Mit dem Geld könne man zum Beispiel einen Trainer engagieren, um die Fitness gezielt zu verbessern, besondere Übungsgeräte anschaffen oder einen Sparringspartner einladen, erläuterte Franziska. Die deutschen Tischtennisspieler können so zum Beispiel mit Mitgliedern des chinesischen Kaders oder früheren Nationalspielern aus dem Reich der Mitte trainieren.

Die Nominierungen bestätigen Düsseldorf auch als Hochburg zweier Sportarten. Im Tischtennis ist Düsseldorf mit Rekord-Titelträger Borussia und dem Leistungszentrum am Staufenplatz eine herausragende Adresse. Der Düsseldorfer Hockey-Club am Seestern hat auch schon in früheren Jahren Mitglieder zu Olympia verabschiedet und mit Medaille zurückempfangen.

Quelle: RP
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