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Mehr Firmen wandern nach Ratingen ab

Düsseldorf: Mehr Firmen wandern nach Ratingen ab
Vor knapp einem Jahr wurde der Grundstein von Mitsubishi in Ratingen an der Balcke-Dürr-Straße im Gewerbegebiet Ratingen Ost gelegt. Viele Düsseldorfer Firmen sind schon in dieses Areal umgezogen. FOTO: Achim Blazy
Düsseldorf. Bei der Ansiedlung von Unternehmen macht die Peripherie der Landeshauptstadt Konkurrenz. Ganz vorn dabei ist Ratingen. Die Nachbarstadt profitiert vor allem von der guten Düsseldorfer Infrastruktur, wie etwa dem Flughafen. Von Thorsten Breitkopf

Die Nachbargemeinden machen der NRW-Landeshauptstadt Konkurrenz, wenn es darum geht, Firmen anzusiedeln. Während Monheim und Langenfeld vor allem mit niedrigen Gewerbesteuersätzen für sich werben, lockt Ratingen vor allem mit der nahen Infrastruktur der Nachbarstadt Düsseldorf. Beim Werben um Firmen geht es nicht nur um Neuansiedlungen. Eine nicht unerhebliche Zahl der Unternehmen verlagerte sogar seinen Standort vom Düsseldorfer Stadtgebiet nach Ratingen, wobei sich fast alle für das in den vergangenen Jahren neu bebaute und qualitativ immer weiter aufgewertete ehemalige Balcke-Dürr-Areal in Ratingen-Ost entschieden haben. Im Schnitt wechselt alle eineinhalb Jahre ein Großnutzer von Düsseldorf nach Ratingen. "Das jüngste Beispiel ist das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini, das sich dort auf gut 4000 Quadratmetern neu ansiedeln wird. Um den Erfolg Ratingens zu verstehen, muss man sich mit den Anforderungen von Großnutzern auseinandersetzen, insbesondere wenn es sich um Backoffice-Einheiten handelt", sagt Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Leiter der Düsseldorfer Niederlassung.

Die nordöstlich von Düsseldorf gelegene Stadt mit knapp 90 000 Einwohnern hat sich in den vergangenen Jahren zum beliebtesten Standort aller Umlandzonen entwickelt. Vor allem Büronutzer mit größerem Flächenbedarf entscheiden sich häufiger für Ratingen als für andere Lagen in der Peripherie. Dies lasse sich durch die Ansiedlungsstatistik belegen, sagt Meszelinsky: "In den vergangenen sieben Jahren konnten im Düsseldorfer Umland insgesamt 28 Vertragsabschlüsse mit mindestens 2500 Quadratmetern Bürofläche registriert werden. Davon sicherte sich Ratingen den Löwenanteil und gewann nahezu die Hälfte aller Nutzer für sich." Dabei stehe eine sehr gute Verkehrsanbindung oben auf der Prioritätenliste. Das gelte sowohl für die regionale und überregionale Straßennetzanbindung, als auch für hervorragende ÖPNV-Verbindungen, die insbesondere für Backoffice-Einheiten eines der wichtigsten Kriterien bei der Standortentscheidung darstellen. Ein ausreichendes Stellplatzangebot und Nahversorgungseinrichtungen im Umfeld rundeten den Wunschzettel in aller Regel ab, sagt Meszelinsky "Das alles wird in Ratingen, insbesondere am Standort des ehemaligen Balcke-Dürr-Areals geboten", so Meszelinsky sicher.

Ein ausreichendes Grundstücksangebot und eine im gesamten Gewerbegebiet garantierte Glasfaserverkabelung für schnelles Internet stellen die Basis für einen modernen Bürostandort dar. Die unmittelbar vor der Haustür liegende S-Bahn-Station Ratingen-Ost, eine mehr oder weniger direkte Anbindung an die Autobahnen A3, A44 und A52 sowie die schnelle Erreichbarkeit der Düsseldorfer Innenstadt und des Flughafens seien weitere eindeutige Pluspunkte.

Wie hoch der Schaden für Düsseldorf durch entgangene Gewerbesteuereinnahmen ist, lässt sich nicht genau beziffern. Er dürfte aber mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Quelle: RP
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