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Düsseldorf
Mehr Obstbäume für den Norden

Düsseldorf: Mehr Obstbäume für den Norden
Bald auch im Bezirk 6? An der Stahlwerkstraße treffen sich Bürger zum Urban Gardening und grillen dabei auch Stockbrot. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Im Stadtbezirk 6 sollen Bürger mehr über die Natur erfahren. Zudem sind mehrere Orte für einen Gemeinschaftsgarten im Gespräch. Von Julia Brabeck

Die Grünen in der Bezirksvertretung 6 möchten den Bürgern die Möglichkeit bieten, die Natur besser kennenzulernen. Dafür sollen essbare Pflanzen auf städtischen Grünflächen gepflanzt werden. Aus Sicht des Gartenamtes ist die Umsetzung der Idee mit Obstbäumen- und Obststräuchern realisierbar, wenn dafür ausreichend Platz und die richtigen Bedingungen wie gute Boden-, Wasser- und Lichtverhältnisse vorhanden ind. Spielplätze als Standorte werden vom Gartenamt ausgeschlossen, da Fallobst eine erhöhte Rutschgefahr bringt und Ratten, Mäuse und Wespen anzieht. Zudem müssten die Spielplätze verstärkt gereinigt werden.

Im Stadtbezirk 6 würden sich laut Gartenamt mehrere Orte für Obstpflanzen anbieten. Dazu gehört die Grünanlage an der St.-Franziskus-Straße, an der Hermann-Dornscheider-Straße, am Cloppenburger Weg entlang des Kittelbachs, der Grünweg durch Unterrath und die Grünanlage auf dem Tunneldeckel über der A44 an der Eckenerstraße. Der von den Grünen vorgeschlagene Rather Korso, also der Weg entlang der S-Bahnlinie quer durch Rath, ist hingegen ungeeignet, da der Grünstreifen dort zu schmal ist.

Die Kosten für die Pflanzung eines Obstbaumes inklusive Erziehungsschnitt, den dieser für eine gute Kronenentwicklung in den ersten zehn Jahren benötigt, liegen zwischen 400 und 500 Euro. Das Gartenamt möchte nun an einigen Standorten prüfen, inwieweit das Konzept "Essbare Stadt", das bereits in vielen Städten erfolgreich läuft, umgesetzt werden kann. Dabei sollen möglichst Bürger bei der Pflege der Standorte und der Ernte mithelfen, denn "Obstbäume- und sträucher bringen einen erhöhten Pflegeaufwand im Vergleich zu anderen Parkgehölzen mit sich", betont das Gartenamt.

Ebenfalls auf Beteiligung von Bürgern ist die Realisierung eines zweiten Projektes im Stadtbezirk 6 angewiesen. Die Bezirksvertretung 6 hat die Verwaltung gebeten zu prüfen, ob ein städtisches Grundstück für Urban Gardening genutzt werden kann. Dabei schließen sich Bürger zusammen, um einen offenen Gemeinschaftsgarten anzulegen und zu bepflanzen. "Mit fortschreitender Bebauung fällt es den Bürgern zunehmend schwer, Grundstücke wie zum Beispiel Schrebergärten zu finden, um sich einen Erholungsort zu schaffen.

Da bietet es sich an, wie auch in anderen Städten in NRW, städtische Grundstücke, die mittel- und langfristig einer anderen Nutzung zugeführt werden sollen, für Gemeinschaftsgärten zur Verfügung zu stellen", sagen die Lokalpolitiker. In Düsseldorf läuft solche ein Projekt schon seit einigen Jahren erfolgreich mit der Gruppe Düsselgrün, die zuerst eine Brache an der Haifastraße und nun an der Stahlwerkstraße bewirtschaftet.

"Wir wollen mit dem urbanen Gärtnern altes Wissen wieder erlernen und teilen, Aufmerksamkeit schaffen für regionale und saisonale Produktion von Gemüse und über Fragen von Nachhaltigkeit und Ökologie nachdenken", heißt es seitens Düsselgrün.

Um auch im Düsseldorfer Norden Urban Gardening einzuführen, benötigt die Verwaltung eine Gruppe Bürger, die als verbindlicher Ansprechpartner benannt wird. "Mit diesen für das Projekt Verantwortlichen kann dann eine vertragliche Vereinbarung zur temporären Nutzung einer Fläche abgeschlossen werden", sagt die Verwaltung. Mit ihnen soll dann auch gemeinsam nach einer geeigneten Fläche gesucht werden.

Quelle: RP
 
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