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Düsseldorf
Mehr Skulpturen?

Düsseldorf: Mehr Skulpturen?
Die "Dumme Kiste" vom Künstler Meuser vor der Lantz'schen Villa ist eines der wenigen Kunstwerke, die vom früheren Skulpturenpark übrig blieben. FOTO: endermann
Düsseldorf. Im Lantz'schen Park sollen wieder Kunstwerke die Besucher anlocken. Von Julia Brabeck

Die Stadt Düsseldorf verhandelt seit über einem Jahr mit einem Architekten, welcher die Villa Lantz im Lantz'schen Park anmieten möchte. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude steht seit sieben Jahren leer und soll wieder mit Leben gefüllt werden. "Der aktuelle Stand ist, dass die Verhandlungen laufen", teilt die Verwaltung auf RP-Anfrage mit. Viel mehr war auch schon vor einem Jahr nicht zu erfahren, als die CDU in der Bezirksvertretung 5 sich erkundigte, welches Ergebnis eine öffentliche Ausschreibung erbracht habe.

Fest steht aber bereits, dass ein neuer Mieter die Villa an bis zu zehn Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Dann könnten in dem 360 Quadratmeter großen Gebäude beispielsweise ein Empfang der Bezirksvertretung, kulturelle Veranstaltungen und der Tag des offenen Denkmals durchgeführt werden.

Bis es so weit ist, wollen die Politiker aber nicht mit der Gestaltung des ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Parks warten. Diesen wollen sie wieder in einen Skulpturengarten verwandeln, wie er das bereits schon vor einigen Jahrzehnten war. So hat der Galerist Alfred Schmela, an den die Villa Lantz in den 1970er Jahren vermietet wurde, zahlreiche zeitgenössische Plastiken unter anderem von Joan Miró und Alexander Calder im Park aufgestellt, in dem sich bereits Skulpturen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts befanden. 1980 verstarb Schmela, und seine Tochter verkaufte bis 2008 alle Skulpturen bis auf zwei Arbeiten, die sie der Stadt Düsseldorf stiftete. Dabei handelt es sich um "Attic" von Kenneth Capps, die aus Eisenbahnschwellen und Stahlträgern besteht, und die Aluminiumarbeit "Ohne Titel" von Erwin Heerich.

Weitere im Park aufgestellte Skulpturen, wie beispielsweise die "Dumme Kiste" vom Künstler Meuser, möchten die Politiker nun sichern und sanieren lassen. "Wir hatten schon überlegt, ob wir die verbliebenen Kunstwerke von Graffitis befreien sollen, aber da teilweise nicht klar ist, wem die Werke nun gehören, haben wir das unterlassen", sagt Siegfried Küsel, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Lohausen/Stockum. Er begrüßt die Pläne zu einem Skulpturenpark und wünscht sich, dass dann auch die alten Skulpturen wieder zurückgebracht werden. Diese wurden teilweise auf den Betriebshöfen der Stadt eingelagert oder entwendet. "Die barocke Sonnenuhr habe ich zufällig im Garten des Stadtmuseums entdeckt. Wo sich die anderen Werke befinden, ist kaum bekannt", sagt Küsel.

Um das Interesse an den Kunstwerken zu verstärken, wollen die Lokalpolitiker vor jede Plastik ein Hinweisschild montieren lassen. Außerdem möchten die Politiker noch zusätzliche Kunstwerke in dem großen Park aufstellen. Die Verwaltung soll deshalb für die Idee "Kunst im Park" in der Kunstszene werben. Küsel ist überzeugt, dass dies gelingt. Die Villa Lantz hätte immer noch einen guten Namen in der Kunstszene. Der Künstler Anatol, der auf der Museumsinsel Hombroich lebt und arbeitet, habe bereits Interesse bekundet, sich am Skulpturenpark zu beteiligen.

Quelle: RP
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