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Düsseldorf
Mehr Überwachung gegen Messerattacken?

Düsseldorf: Mehr Überwachung gegen Messerattacken?
Die Kameras am Burgplatz wurden kurz vor Weihnachten 2016 installiert - unter anderem als Reaktion auf die Silvesternacht 2015. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Sprecherin der Altstadtwirte schlägt vor, am Burgplatz auch unter der Woche die Kameras laufen zu lassen. Doch Politik und Polizei sind dagegen. Von Wulf Kannegießer und Helene Pawlitzki

Alle Tatverdächtigen der Messerattacken, die sich seit Montag vergangener Woche ereignet haben, sind festgenommen - bis auf einen. Gegen Khudeda Jamal Jindi, nach dem seit Freitag öffentlich gefahndet wird, weil er einen 17-Jährigen auf dem Burgplatz im Gesicht verletzte, erging gestern beim Amtsgericht ein weiterer Haftbefehl. Der 27-jährige Iraker war nicht zu einem Prozess erschienen, bei dem es ebenfalls um eine Messerattacke gegen einen Altstadtbesucher ging. In der Anklage heißt es, der hünenhafte Kioskverkäufer (1,90 Meter groß, 110 Kilogramm schwer) sei im August 2015 an der Bolker Straße mit einem Mann in Streit geraten, dabei habe er ein Dönermesser gezückt. Mit der langen, breiten Klinge habe er dem Kontrahenten eine blutende Wunde am rechten Handgelenk zugefügt. Ermittler sehen Parallelen zwischen diesem Vorfall und der Tat vom vergangenen Montag, als er mutmaßlich den Jugendlichen verletzte.

Seitdem haben sich zwei weitere Messerstechereien ereignet. Laut Polizei gibt es aber keinen Zusammenhang. "Man kann die Fälle nicht miteinander vergleichen", sagt Polizeisprecherin Anja Kynast. Während es zwischen Jindi und dem Jugendlichen um Geld nach einem Kioskeinkauf ging, trafen sich am Freitag an der Graf-Adolf-Straße Männer, die schon länger im Streit miteinander liegen. Für zwei von ihnen endete das im Krankenhaus, für vier mit einer Festnahme. Es handele sich ausdrücklich nicht um Täter aus dem Rocker- oder Rotlichtmilieu, so die Polizei. Im dritten Fall am Samstag wollte ein Syrer Streit schlichten und wurde dabei am Bein verletzt - eine spontane Tat am Rathausufer.

Welche Konsequenzen ziehen die Altstadtwirte? Sprecherin Isa Fiedler sagt, die Altstadt sei grundsätzlich sicher. "Man könnte aber darüber nachdenken, die Kameras am Burgplatz auch unter der Woche laufen zu lassen", regt sie an. Bisher ist die Videobeobachtung nur samstags und vor Feiertagen aktiv. Fiedler sagt, sie sei nicht für eine flächendeckende Überwachung werktags. Der Burgplatz werde jedoch tendenziell von einem etwas anderen Publikum frequentiert. "Die Frage ist, ob sich dort auch unter der Woche ein Brennpunkt entwickelt."

Polizei und Politik glauben allerdings nicht, dass mehr Überwachung die Taten verhindert hätte. "Eine Kamera allein bringt noch nicht viel - es muss auch jemand davor sitzen", sagt Sprecherin Anja Kynast. Überwachung in der Altstadt sei ein probates Mittel gegen größere Schlägereien, sagt Andreas Hartnigk (CDU). "Einzeltaten lassen sich so nicht verhindern - die Täter aber vielleicht schneller fassen." Und auch FDP-Ratsherr Mirko Rohloff ist dieser Meinung: "Kameras sind kein Allheilmittel. Sie ersetzen beispielsweise nie einen Polizisten."

Quelle: RP
 
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