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Kritik vom Messe-Chef
Zoff um unfreundliche Taxi-Fahrer in Düsseldorf

Messe Medica in Düsseldorf: Zoff um unfreundliche Taxi-Fahrer
Mehrere Taxen in Düsseldorf (Symbolfoto). FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Messe-Chef Werner Dornscheidt übt massive Kritik an Düsseldorfs Taxifahrern. Bei der Medica hätten diese zum Teil doppelt abgerechnet und Fahrten in die Stadt verweigert. Taxi-Chef Dennis Klusmeier wehrt ab. Von Thorsten Breitkopf

Die Messe Medica ist eine der wichtigsten und besucherstärksten Veranstaltungen in Düsseldorf. 140.000 Besucher kamen in die Stadt, dazu noch einmal 45.000 Menschen der mehr als 5000 ausstellenden Firmen auf dem Messegelände. Zwei Dienstleistungen sind in solchen Tagen für beide Gruppen besonders begehrt: Übernachtungsmöglichkeiten und Taxifahrten. Über überzogene Hotelpreise hört man von Messeseite immer wieder Klagen. Doch jetzt gibt es massive Beschwerden über das Verhalten von Düsseldorfer Taxifahrern.

Messe-Chef Werner Dornscheidt: "Das Verhalten der Taxifahrer beschädigt Düsseldorf und die Messe". FOTO: Bauer

Messe-Chef Werner Dornscheidt übt heftige Kritik im Nachklapp der viertägigen Messe. "Es häuften sich Berichte von unflätigen Taxifahrern", sagte Dornscheidt im Interview mit unserer Redaktion. Bei reinen Unfreundlichkeiten sei es dabei in den vergangenen Tagen nicht geblieben. "Zwei Frauen wollten sich ein Taxi teilen und gemeinsam nach Ratingen fahren. Der Taxifahrer aber verlangte von beiden Insassen den vollen Preis für die Beförderung", sagt der Messe-Chef. Außerdem berichtet er, dass Gäste beklagt hätten, viele Fahrer würden ausschließlich die lukrativen Fahrten zum Pauschalpreis mit Ziel Flughafen Düsseldorf anbieten. "Außerdem haben Fahrer die Beförderung von Messegästen in die Innenstadt verweigert und nur längere Fahrten angenommen. Das verstößt aber gegen die Beförderungspflicht", sagt Dornscheidt. Außerdem hätten Taxifahrer an der Rotterdamer Straße illegal gehalten, dadurch Staus verursacht und die Gäste gefährdet.

Taxi-Innung weist Vorwürfe zurück

Dennis Klusmeier, Chef der Düsseldorfer Taxi-Innung, weist die Vorwürfe Dornscheidts zurück, will sie aber nicht öffentlich kommentieren, bevor er Dornscheidt selbst getroffen hat. Er zeigte sich irritiert, dass Dornscheidt den Weg über die Öffentlichkeit geht, anstatt zunächst das Gespräch mit der Taxi-Innung zu suchen. Von der Messe heißt es, Klusmeier sei am Wochenende nicht erreichbar gewesen. Jetzt findet ein Schlichtungsgespräch zwischen Dornscheidt und Klusmeier am Freitag statt.

Dennis Klusmeier, Chef der Düsseldorfer Taxi-Innung, will sich am Freitag mit Werner Dornscheidt treffen. FOTO: Schaller

Strittig ist, was Pflicht ist. Gemäß Paragraf 22 Personenbeförderungsgesetz in Verbindung mit der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr gilt für Taxifahrer die Beförderungspflicht. Das bedeutet, dass sie die Mitnahme von Fahrgästen nicht verweigern dürfen - solange sich das Endziel noch innerhalb ihres Pflichtfahrgebiets befindet und es keinen triftigen Grund für eine Beförderungsverweigerung gibt. Ein Verstoß gegen die Beförderungspflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Die Beförderungspflicht gilt aber nicht unbegrenzt. So muss der Taxifahrer etwa keine Personen mitnehmen, die eine Gefahr für die Fahrzeuginsassen oder den Fahrzeugbetrieb wären. Hierzu zählen Personen, die aggressiv sind oder Drogen genommen bzw. zu viel Alkohol getrunken haben.

Quelle: RP
 
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