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Messe Pro Wein in Düsseldorf
Supermärkte machen mit Weinverkäufen mehr Kasse

Messe ProWein 2016 in Düsseldorf: Supermärkte machen mit Weinverkäufen mehr Kasse
Auf der jährlichen Fachmesse der Weinbranche, der Pro Wein in Düsseldorf, präsentieren sich rund 6200 Aussteller aus fast 60 Ländern. FOTO: dpa, rwe pzi
Düsseldorf. Tausende Aussteller, Zehntausende verschiedene Weine aus aller Welt: Die Branche trifft sich für drei Tage Düsseldorf, um die Jahrgänge zu testen und zu handeln. In diesem Jahr werden die Gastronomen und Winzer zum Auftakt von ungewöhnlichen Rhythmen begleitet.

Während die Narren in Düsseldorf am Sonntag schunkelnd ihren Karnevalszug nachholen, stehen wenige Kilometer weiter die guten Tropfen im Mittelpunkt: Auf der jährlichen Fachmesse der Weinbranche, der Pro Wein in Düsseldorf, präsentieren sich bis Dienstagabend rund 6200 Aussteller aus fast 60 Ländern - die meisten aus Italien, Frankreich und Deutschland.

Winzer, Händler, Gastronomen - rund 52.000 Besucher aus der Branche werden an den drei Messetagen erwartet. Ausgeschenkt werden seit Sonntagmorgen nicht nur Riesling, Spätburgunder und Chardonnay des neuen Jahrgangs, sondern auch Sekte, Spirituosen und Cocktails.

Zwei Trends dominieren derzeit den Weinmarkt: Zum einen wird der Verkauf im Supermarkt zunehmend populär. "Vor allem die klassischen Supermärkte mit einer Fläche unter 5000 Quadratmetern werden als Absatzschiene für die deutschen Erzeuger immer wichtiger", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, im Vorfeld der ProWein. Ergänzt um regionale und höherwertigere Weine im Regal sei der der Marktanteil des klassischen Lebensmitteleinzelhandels (Ladengröße unter 5000 Quadratmeter) am Verkauf deutscher Weine gestiegen, seit 2012 von 10 auf 17 Prozent beim Absatz.

Die Kehrseite: Während der Supermarkt Kasse macht, gehen die direkten Verkäufe der Erzeuger zurück - im selben Zeitraum von 30 auf 27 Prozent. Grund für das veränderte Konsumverhalten der Weinliebhaber ist nach Ansicht der Weinvermarkter vom DWI nicht zuletzt auch die älter werdende Gesellschaft.

Weinliebhaber gaben im vergangenen Jahr für die Flaschen aber auch etwas mehr Geld aus. Laut DWI stieg der durchschnittliche Preis pro Liter Wein - egal welche Herkunft - im gesamten Lebensmitteleinzelhandel um zwei Prozent auf 2,97 Euro. Der heimische Tropfen ist etwas teurer: Ein Liter aus deutschen Anbaugebieten kostete 3,23 Euro (plus drei Prozent), beim Erzeuger sogar 6,23 Euro.

Außerdem boomt das Online-Geschäft mit teuren Weinen, wenngleich auch Discounter auf den edlen Tropfen per Mausklick setzen. Bereits mehr als jeder zweite Weinkäufer (57 Prozent) hat sich nach den Ergebnissen einer repräsentativen Befragung der Hochschule Heilbronn schon im Internet bedient, berichteten die Veranstalter zum Start der ProWein.

"Es steht außer Frage, dass sich der Onlinehandel weiter vergrößern wird", sagte der Lehrbeauftragte für Weinhandelsmarketing an der Hochschule Heilbronn, Michael Pleitgen. Vor allem im oberen Preisbereich seien bereits ganze Sortimentsteile ins Internet abgewandert, stellt Pleitgen fest. Mit einem Durchschnittspreis von 6,86 Euro je Liter liege der Preis der im Internet gehandelten Weine damit mehr als doppelt so hoch wie im Lebensmitteleinzelhandel.

Derzeit drängten aber auch Discounter und andere Anbieter von Lebensmitteln ins Geschäft mit dem Wein im Internet. Immer mehr Winzer, Weingüter und Genossenschaften betrieben zudem einen eigenen Online-Shop.

Im vergangenen Jahr war der Gesamtumsatz mit Wein in Deutschland nach Angaben des Deutschen Weininstituts um rund ein Prozent auf sechs Milliarden Euro zurückgegangen. 2015 wurden rund 14 Millionen Hektoliter Wein verkauft. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)
hatte den Anteil der Online-Umsätze in einer Untersuchung für das Jahr 2014 auf rund fünf Prozent beziffert. Neuere Daten liegen nicht vor.

(rl/lnw)
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