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Düsseldorf
Messe zeichnet Germanistin mit Drupa-Preis aus

Düsseldorf. Fünf Jahre lang hat die Germanistin Anne Sokoll für ihre 600-seitige Doktorarbeit über Laienschriftsteller in der DDR recherchiert. Für die 36-jährige Kölnerin, die an der Heinrich-Heine-Universität studierte, hat sich das ausgezahlt. Das Werk wird laut seinen Gutachtern bereits als "Handbuch" zum Thema gehandelt - nicht zuletzt dafür bekam Sokoll von der Messe den mit 6000 Euro dotierten Drupa-Preis. Mit ihm werden seit 39 Jahren Geisteswissenschaftler ausgezeichnet, die die Philosophische Fakultät der Heine-Universität vorschlägt.

Sokoll habe nicht nur "500 laufende Meter Archivgut gesichtet", wie sie erzählt, sondern sich auch einem gewissen Argwohn stellen müssen, den ihr - einer westdeutschen Wissenschaftlerin - bei Interviews in Ostdeutschland einige Zeitzeugen entgegengebracht hätten. Ihr Sujet ist umstritten: Hinter dem Titel ihrer Dissertation "Die Zirkel der schreibenden Arbeiter in der DDR" verbirgt sich eine Abhandlung über vom DDR-Regime geförderte Schriftsteller, die unter parteikonformer Aufsicht freiwillig "Nationalliteratur" schreiben sollten. Neben Sokoll bedankte sich auch Erstgutachterin Gertrude Cepl-Kaufmann bei den Messervertretern für die "Weitsicht", die Wissenschaft zu fördern, denn auch sie sei letztlich ein "Verkaufsgeschäft".

(bur)
 
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