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Düsseldorf
Migrantenverbände zeichnen Familien für Bildungserfolge aus

Düsseldorf: Migrantenverbände zeichnen Familien für Bildungserfolge aus
Wurden mit einer "Power-Eltern-Urkunde" ausgezeichnet (v. l.): Christina, Julia und Lydia Walter. Die Eltern lebten bis 1991 in Russland. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Sie kommen aus Syrien, Italien, Russland und der Türkei und haben ihren Kindern etwas mitgegeben, was angesichts schwieriger Lebensumstände nicht selbstverständlich ist: Bildungsabschlüsse, die in der neuen Heimat Deutschland eine bessere Integration und einen sozialen Aufstieg ermöglichen. Von Jörg Janssen

Gestern Abend zeichneten im Plenarsaal des Rathauses der Türkische Bund-NRW, der Bundesverband russischsprachiger Eltern und das Komitee der Italiener im Ausland fünf Familien dafür aus, dass sie vermeintlich vorgezeichnete Pfade verlassen und ihren Söhnen und Töchtern Abitur und Studium ermöglicht haben. Die Verbände übergaben fünf, jeweils mit 1000 Euro dotierte "Power-Eltern-Urkunden", die in Anwesenheit von Oberbürgermeister und Schirmherr Thomas Geisel übergeben wurden.

Christina Walter, deren Eltern 1991 von Russland an den Rhein kamen, hat bereits einen Bachelor-Abschluss in Erziehungs- und Sozialwissenschaften, strebt derzeit den Master an der Uni Köln in interkultureller Bildung an. Sie lobte ihre Familie dafür, dass sie den Wert der Bildung richtig erkannt hat. "Meine Eltern hatten Vertrauen, haben mir immer gezeigt, dass ich es schaffen kann, mit mir Hausaufgaben und Diktate gemacht. Mit dieser Urkunde erhalten sie dafür jetzt ein kleines Dankeschön." Ähnlich äußerte sich Sirin Seydo, Tochter einer sechsköpfigen syrischen Familie, die mehr als zehn Jahre in Asylbewerberheimen, meist in einem einzigen Zimmer, leben musste. Dennoch machte die junge Frau Abitur, studiert jetzt in Bielefeld auf Lehramt für Grundschulen.

Tayfun Keltek vom Landesintegrationsrat ermunterte Migranten, ihre Kinder zweisprachig, also auch in der Muttersprache der Eltern, zu erziehen. "Machen Sie sich diese Mühe. Das schafft bei ihren Kindern zusätzliche Potenziale, die sonst verlorengehen."

Quelle: RP
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