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Freizeitspaß in Düsseldorf
Minigolf der Zukunft im "Glowing Rooms" in Flingern

Freizeitspaß in Düsseldorf: Minigolf der Zukunft im "Glowing Rooms" in Flingern
Sven Petersen hat die 3D-Schwarzlicht-Minigolfanlage "Glowing Rooms" erfunden. RP-Autorin Nicole Scharfetter gibt er Tipps. FOTO: andreas endermann
Düsseldorf. Minigolf ist lustig. Minigolf im Schwarzlicht ist lustiger. Und Minigolf mit Schwarzlicht und 3D-Effekt? Unsere Autorin hat in Flingern den Selbstversuch gemacht. Von Nicole Scharfetter

Immer ist da diese eine verflixte Bahn, die den schönen Punktestand total versaut. Bahn sieben soll so eine Herausforderung sein im "Glowing Rooms", sagt mir Sven Petersen, der mich kurz in die neue Minigolf-Anlage in Flingern einweist. Die Regeln sind einfach, weil sie sich nicht unterscheiden von denen einer normalen Anlage aus dem vergangenen Jahrhundert. Jeder Spieler hat sechs Versuche, den Ball im Loch zu versenken - schafft er es nicht, wird die Höchstpunktzahl sieben notiert.

Anstatt mit Stift und Block werde ich in der 3D-Schwarzlicht-Minigolf-Anlage mit einem iPod ausgestattet, auf dem ich die Anzahl der Schläge eintippen soll. "Du musst die Reihenfolge der Bahnen nicht einhalten", sagt mir Sabrina Stiel, die mir einen pinken Golfschläger und einen gelben Ball in die Hand drückt. "Und nimm dir noch ein Knicklicht mit", fügt sie hinzu. Für zwischendurch.

Mit einer Brille für den 3D-Effekt

Ein Knicklicht: Das habe ich schon lange nicht mehr in der Hand gehalten, 15 Jahre ist das sicher her. Zumindest ist seit der letzten Runde Minigolf nicht so viel Zeit vergangen. Ich gehe mit dem leuchtenden Stäbchen durch einen Vorhang, dann durch noch einen - und finde mich wieder in einem bunt bemalten Raum mit Schwarzlicht, das von der Decke und den Wänden scheint. "Für den 3D-Effekt solltest du die Brille anziehen", sagt Inhaber Petersen, der bereits in Köln und Dortmund 3D-Schwarzlicht-Minigolf-Anlagen eröffnet hat.

Ganz plötzlich erwachen die bemalten Wände und der Boden zum Leben. In Petersens Auftrag haben die Künstler Thomas Klukas und Eugen Schramm die Räume mit Pinseln handbemalt. Immer unter Schwarzlicht und mit einer 3D-Brille auf der Nase. "Der Trick ist, dass die Farben sortiert werden müssen, damit es zu einem Effekt kommt", sagt der 48-Jährige, der früher als Kameramann gearbeitet hat.

Golfen bei Schwarzlicht - gar nicht so einfach

Während wir uns unterhalten, muss ich über Hügel und Felsen steigen und erschrecke mich vor Tieren mit Tentakeln und langen Fühlern, die nicht wirklich da, für mein Gehirn aber real sind. Wer mal herzhaft lachen will, sollte die Brille kurz absetzen und die Leute beobachten, wie sie mit den Händen in der Luft tastend durch den Raum stapfen.

Nur zum Leutegucken bin ich aber nicht gekommen, ich will endlich golfen. Richtig gut starte ich nicht, obwohl die erste Bahn ganz harmlos ist. Vermutlich bin ich noch zu sehr abgelenkt von meiner Umgebung. Drei Schläge brauche ich, notiere mir die Versuche in meinem iPod, der um meinen Hals hängt, und taste mich langsam vor zu Bahn zwei.

Ein bisschen brauche ich, um die Hindernisse dort auszumachen - manche sind tatsächlich real. Langsam gewöhnen sich meine Augen an den 3D-Effekt, und prompt schaffe ich ein Ein-Punkt-Spiel. So kann es weitergehen, und bis zur siebten Station bin ich auch ganz zufrieden mit mir. Sven Petersen hat mich gewarnt vor dieser Bahn, fünf Schläge brauche ich schließlich, bis ich einlochen kann. Alles noch im Rahmen, finde ich, und der 48-Jährige erklärt mir dann ganz fachmännisch, wie ich die Hindernisse geschickter hätte umspielen können. Hinterher ist man eben immer schlauer.

Bahn des Grauens

Mal brauche ich drei Versuche, mal vier, Spaß macht es auf jeden Fall. "Und irgendwann kommt dann auch noch eine ganz leichte Station, zur Motivation", sagt Petersen. An den Bahnenrekord werde ich aber nicht rankommen, nicht mal in die Nähe, obwohl ich noch einen Einer schaffe. Der liegt bei 33 Schlägen und wurde am 12. Oktober von einem gewissen Max aufgestellt.

Schließlich stehe ich vor ihr, der Bahn, die mir alles ruinieren wird. Die Bahn des Grauens, die mich seit der Kindheit in den Wahnsinn treibt. Ganz sanft muss der Ball über einen Hügel gespielt werden, so dass er im hohen Bogen in einen Bottich plumpst. Ich brauche so viele Versuche, dass nicht mal mehr der Ball mitspielen will, bei jedem neuen Versuch rollt er ein bisschen näher an die Notausgang-Tür. Ich gebe auf, nehme die Straf-Sieben und mache mich an die letzte Station, bevor ich ein bisschen frustriert nach Nummer 17 zurück in die Gegenwart gehe, zurück durch zwei schwarze Vorhänge, in eine Welt ohne Monster und Raumschiffe.

58 Punkte stehen am Ende unter dem Strich. "Ganz okay", sagt Sven Petersen. Die meisten lägen irgendwo bei 50. Ich werde üben und wiederkommen.

Quelle: RP
 
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