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Miriam Meckel
"Das Engagement im Hospiz tut meiner Seele gut"

Miriam Meckel engagiert sich am Hospiz des EVK in Düsseldorf
Miriam Meckel arbeitet und lebt in Düsseldorf, ihrer Heimatstadt. Sie engagiert sich jetzt für das EVK-Hospiz. FOTO: MM
Düsseldorf. Miriam Meckel, Journalistin und Partnerin der Talkshow-Moderatorin Anne Will, nimmt sich eines ernsten Themas an. Sie engagiert sich im Hospiz am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf. Von Brigitte Pavetic

Zeit ihres bisherigen und noch vergleichsweise jungen Lebens war Miriam Meckel immer für Überraschungen gut. Sie moderierte für RTL, schrieb für Zeitungen von Axel Springer Kolumnen, dann holte der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement die Journalistin und Medienexpertin in seine Regierungsriege. Das war in einer Phase ihres Lebens und in ihrer Karriere, in der sie von vielen vermutlich noch maßlos unterschätzt wurde. Als Professorin in St. Gallen erfand sie sich neu. Und seit zwei Jahren ist sie Chefredakteurin der Wirtschaftswoche, und das hatte selbst viele Branchenkenner zunächst überrascht. Und sie stieg auch in der Schweiz die Karriereleiter nach oben: Heute ist sie Direktorin an dem Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen. Ihr offenes Bekenntnis zu ihrer heutigen Ehefrau Anne Will sowie ihr aufsehenerregendes und schonungslos ehrliches Buch über ihren Burnout - "Brief an mein Leben" - verdeutlichen zusätzlich, dass Miriam Meckel nur schwer in Schubladen zu stecken ist und genau darauf vermutlich auch recht wenig Lust hat.

Das ist Anne Will FOTO: dpa

Die nächste Überraschung ist programmiert: Miriam Meckel ist ab Dienstag die neue Verbündete des Hospizes am EVK. Ein Jahr lang wird sich die engagierte Publizistin für die Arbeit des Hospizes, für die Themen Begleitung, Sterben und Tod mit einer Reihe von Aktionen stark machen. Das EVK fragte sie bereits vor zwei Jahren. "Und ich musste nicht eine Sekunde überlegen, ob ich das generell machen möchte", sagt sie. "Es war nur da noch nicht der richtige Zeitpunkt. Der ist jetzt endlich gekommen." Ihre Funktion wird es vor allem sein, als prominente Patin für mehr Öffentlichkeit zu sorgen, sie will sich etwa engagieren für das Beschaffen von mehr Spendengeldern. "Ich habe einen unglaublichen Respekt vor der Arbeit und dem ungeheuren Enthusiasmus der Ehrenamtlichen. Sie machen einen großartigen Job."

In den vergangenen Wochen war sie schon im EVK zu Besuch. Und sehr berührt: "Es ist schon besonders, wie heimelig und warmherzig es dort ist. Wann immer der Zustand der Patienten es zulässt, können sie zusammen essen, und es gibt Rückzugsräume für stille Minuten mit der Familie und Freunden." Das seien die kleinen Lichtblicke im Leben der Menschen, die von schwerer Krankheit gezeichnet seien. Mit Leid kennt sich Miriam Meckel aus, auch wenn vieles in ihrem Leben bilderbuchmäßig verlief. "Als meine Mutter starb, stürzte mich das in eine große Krise. Ich habe gemerkt, wie gefährlich nicht bewältigte Trauer ist, wie wichtig es ist, wirklich gut Abschied zu nehmen."

Diese Promis hatten ihr Coming-out FOTO: ap

Insofern sei es ihre eine Herzensangelegenheit, Öffentlichkeit zu schaffen für eine so wertvolle Einrichtung wie das EVK-Hospiz. "Wir leben in einer so schnellen Zeit, kommen auch als Medienschaffende kaum zum Luftholen. Dabei ist der Tod unser ständiger Begleiter, auch der Tod geliebter Menschen. Es ist mir wichtig, meinen Beitrag zu leisten, dass das mehr ins Bewusstsein rückt." Dass sich Miriam Meckel als Verbündete des EVK-Hospizes engagiert - das alleine ist schon bedeutsam für sie.

Doch dass sie dies in ihrer Heimatstadt machen kann ("Ich bin in Hilden geboren, aber zu Hause war ich immer in Düsseldorf"), freut sie umso mehr. "Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder hier leben kann. Düsseldorf ist für mich Heimat und Verankerung, Bodenhaftung. Ich bin glücklich, dass ich meine alten Freundschaften wieder pflegen kann, wie ich es mir schon lange erhofft habe. Das tut meiner Seele gut."

Quelle: RP
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