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Düsseldorf
Mit Bananenbrot die Welt verbessern

Düsseldorf: Mit Bananenbrot die Welt verbessern
FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Die Jung-Unternehmer von "Be Bananas" haben schon viele Düsseldorfer auf den Geschmack des saftigen Gebäcks nach australischem Vorbild gebracht. Doch eigentlich geht es ihnen um viel mehr, denn das Brot ist ihre Art des Protests. Von Semiha Ünlü

Am Wochenende wird Lars Peters wieder sehr vielen Leuten ein und dieselbe Frage stellen: "Hast du schon mal Bananenbrot gegessen?", wird der 28-Jährige die Besucher des Food-Festivals im Boui Boui Bilk fragen, die zu seinem Stand kommen. Und viele werden dann wahrscheinlich sagen, dass sie schon mal davon gehört haben oder es zum Beispiel bei Woyton, im Frida oder Greentrees gegessen haben.

Denn seit der Gründung seines Start-ups 2013 kann der BWL-Absolvent der Heinrich-Heine-Universität auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken: Er hat viele Düsseldorfer und auch Menschen von auswärts auf den Geschmack des saftiges Süßgebäcks nach australischem Vorbild gebracht, beliefert inzwischen sogar die Universität Duisburg-Essen und die RWTH Aachen sowie verschiedene Cafés in Köln, Ratingen und Duisburg. Noch vor dreieinhalb Jahren wusste Peters nicht, was "Banana bread" eigentlich ist.

Doch Lars Peters und Tim Gudelj, der als Geschäftspartner inzwischen allerdings nicht mehr dabei ist, geht es von Anfang an nicht nur darum, Geld zu verdienen mit ihrem Produkt: Ihr Gebäck ist eine Form des Protests. Denn Deutschland sei eine Wegwerfgesellschaft geworden, findet Peters. Und am Beispiel des Bananenbrots wollen er und seine beiden neuen Geschäftspartner Sven Eul (29) und Uwe Platen (60) das deutlich machen und etwas dagegen unternehmen: Deswegen lassen sie beim Backen durch die Bäckerei Schüren nur Bananen verwenden, die eigentlich auf dem Müll landen würden, weil sie ein paar Druckstellen oder eine leicht bräunliche Farbe angenommen haben und deswegen keine Abnehmer finden. Verkaufen sie in einem Monat mehrere Tausend Bananenbrote in Düsseldorf, online und auswärts, retten sie damit also auch tausende Bananen. Und die überreifen Bananen geben dem kuchenähnlichen Brot sogar erst seinen markanten Geschmack: Denn der in ihnen enthaltene Fruchtzucker bildet sich so auf eine rein natürliche Art.

"Das Bananenbrot ist nur der Anfang", sagt Sven Eul, der an der Fachhochschule Visuelle Kommunikation studiert hat und Anfang des Jahres ins Geschäft eingestiegen ist. Schließlich gebe es noch viele andere Lebensmittel, die gerettet werden sollten. Deswegen denken die drei Unternehmer zurzeit über einen drastischen Schritt nach: nach den Bananen andere Obstsorten zu Brot verarbeiten zu lassen und sogar den Firmennamen zu ändern. Der bedeutet ohnehin eigentlich frei übersetzt so viel wie Banane oder etwas schräg zu sein und verdeutliche deswegen nicht die Firmenphilosophie, den Gedanken der Nachhaltigkeit.

Die Idee, Bananenbrot zu verkaufen und dafür überreifes Obst zu verwenden, entstand eher zufällig: Nach ihrem Bachelor-Abschluss wollten Tim Gudelj und Lars Peters sich eine Auszeit nehmen und reisten nach Australien. "Dort gab es überall Bananenbrot, wir wissen gar nicht, wie viel wir gegessen haben, als wir in Sydney waren", sagt Peters und lacht. Noch vor Ort arbeiteten sie an der Unternehmensidee und suchten nach leckeren Rezepten. Dabei stießen sie auf das Geheimnis des Gebäcks: möglichst braune Bananen. "Lebensmittel zu retten und ein neues Produkt nach Deutschland zu bringen, kam uns sehr sinnvoll vor", sagt der 28-Jährige.

In nur wenigen Monaten haben die beiden Absolventen ihre Firma aufgebaut. Seit ein paar Wochen wird nicht mehr im privaten Wohnzimmer gearbeitet, sondern in einem Büro in einem Hinterhof an der Martinstraße, in dem es auch eine Tischtennisplatte gibt. Dort wird zum Beispiel gefeilt am neuen Konzept, der neuen Ausrichtung des Unternehmens, aber auch an neuen Geschäftsverbindungen. Gerne würde Lars Peters sein Bananenbrot eines Tages auch an seiner ehemaligen Hochschule verkaufen, die ihn bei der Unternehmensgründung von "Be Bananas" unterstützt hatte. Das habe sich bislang allerdings noch nicht ergeben.

Quelle: RP
 
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