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Düsseldorf
Mit Bollerwagen und Grill auf die Kö

Düsseldorf. Altweiber und Rosenmontag fallen jedes Jahr auf ein anderes Datum, doch die Traditionen sind jedes Jahr gleich: der Möhnensturm an Altweiber um 11.11 Uhr aufs Rathaus, der Rosenmontagszug, die Hoppeditzbeerdigung am Aschermittwoch. Doch darüber hinaus haben die Düsseldorfer ihre ganz eigenen Karnevalstraditionen. Von Antonia Kasparek

Wie Nadine Keller aus Kalkum. Seit Jahren trifft sich die 38-Jährige mit sieben Freundinnen an Altweiber zum Frühstück. Auf die Kinder passen die Väter auf: "Das ist unser Mädels-Tag." Dieses Jahr ist sie mit dem Ausrichtung dran. "Es gibt Mettbrötchen, Würstchen und Käse", sagt die Mutter von zwei Kindern. "Was Deftiges, damit wir alle eine gute Grundlage haben." Um 11.11 Uhr stehen die Mädels pünktlich auf dem Rathausplatz - natürlich im Kostüm. "Dieses Jahr haben wir das Motto ,Neonbunt, jetzt geht's rund', wir sind aber auch schon alle als Schornsteinfeger, Pippi Langstrumpf oder Robin Hood gegangen", sagt Nadine Keller. Je nachdem wie das Wetter ist, lassen sich die Freundinnen treiben, aber auf jeden Fall geht es in den Hühnerstall. "Das hat Tradition. Besitzerin Petra begrüßt uns schon immer."

Angela König ist mit 15 anderen "feuchtfröhlichen Jungfrauen" aus Reisholz unterwegs. "Uns gibt es seit 1992", sagt sie. "Wir sind kein eingetragener Verein und waren zu Anfang nur ein kleiner Kreis, doch mittlerweile sind wir 16 Mädels und bekannt bei uns im Bezirk. Wir haben einen eigenen Wagen, auf dem wir Karnevalssonntag am Veedelszoch durch Hassels und Reisholz teilnehmen. Unsere Farben sind Schwarz und Pink, die wir wunderbar für Indianer- und Wikinger-Kostüme verwenden konnten."

An Altweiber treffen sich die "feuchtfröhlichen Jungfrauen" zum Frühstück. Danach geht es nach Holthausen zum Kamper Acker zum Feiern mit der KG Räbbelche. Hinterher wartet als Stärkung eine Kartoffelsuppe auf die Mädels-Truppe, die den Tag mit einer kleinen Kneipentour durch Reisholz beenden.

Doris Stricker ist mit ihrem Freundeskreis am Karnevalssonntag in Gerresheim beim Veedelszoch unterwegs: "Im Laufe der Jahre haben wir uns nicht nur einen tollen Bollerwagen mit allerlei Schnickschnack gebaut, sondern diesen jedes Jahr unserem Motto angepasst. Unsere Truppe war als Froschteich, Engel, Panzerknacker oder Ärzteteam unterwegs - und als Höhepunkt 2017 hatten wir das Motto Tour de France. In diesem Jahr gehen wir zu den Wurzeln unserer Kindheit und spielen Cowboy und Indianer." Die Vorbereitungen für Karneval, die manchmal sehr umfangreich sind, machen genauso viel Spaß wie der Tag selber, findet sie. Inzwischen haben die Freunde einen Grill an den Bollerwagen gebaut, der nach dem Zoch am Alter Markt angeschmissen wird.

Angelika Heiligtag geht seit vielen Jahren mit ihrer Mutter, Ursula Stelzmann, als Möhne verkleidet in die Altstadt, um beim Treiben auf dem Carlsplatz dabei zu sein. "Als Karneval 2003 Venetia Melanie für die Altstadt-Armenküche um Spenden bat, ist bei uns die Idee entstanden, Krawatten für einen Euro zu verkaufen und den Erlös an die Armenküche zu spenden. Seitdem gehen wir Altweiber mit 50 bis 80 Krawatten aus dem Haus und fangen mit dem Verkauf an, sobald wir auf der Bolkerstraße sind. Kurioserweise kommen wir am Nachmittag immer völlig nüchtern nach Hause."

Quelle: RP
 
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