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Düsseldorf-Süd
Mit Mehrweg-Bechern gegen die Umweltverschmutzung

Düsseldorf-Süd. Verbraucherzentrale macht auf das Müll-Problem aufmerksam. Papp-Becher sollen ersetzt werden. Kaffeeverkäufer machen schon mit.

Der Kaffee zum Mitnehmen, neudeutsch auch "To go" genannt, findet immer mehr Anhänger. Und getrunken wird der Kaffee in der Regel aus einfachen Pappbechern mit Plastikanteil. Rund 36 Millionen Becher, inklusive Deckel und Rührstab, sind allein in Düsseldorf in diesem Jahr weggeworfen worden.

Anlass für die Verbraucherzentrale, das Umweltamt und die Awista, auf die Problematik des Becher-Abfalls aufmerksam zu machen und wie der immense Abfall künftig vermieden werden kann.

"Der Kaffeebecher zum Mitnehmen hat inzwischen die Einkaufsplastiktüte abgelöst", sagt Umweltamtsleiter Stefan Ferber. Vor allem die Mülleimer in den Fußgängerzonen sind voll mit Bechern, und die Mülleimer müssten dementsprechend öfter geleert werden.

"Wir wollen die Kunden für das Thema sensibilisieren", erklärt Ewa Westermann-Schutzki von der Verbraucherzentrale und macht Reklame für den Mehrwegbecher. Dieser sei momentan noch die Ausnahme, doch das möchte sie gemeinsam mit dem Umweltamt ändern.

60 Einweg-Becher pro Kopf werden jährlich statistisch nur für den To-go-Kaffee entsorgt. Den Mehrweg-Becher, eine Art Thermobecher gibt es schon zum Preis von sechs Euro. Beim Touristenbüro der Stadt Düsseldorf kostet er allerdings 17 Euro. Dafür sei er auch sehr aufwendig und farbenfroh gestaltet, sagt Stefan Ferber.

Den Kaffee auch in mitgebrachten Bechern zufüllen, werde inzwischen auch von Kaffeeverkäufern akzeptiert, sagt die Umweltberaterin der Verbraucherzentrale. Aus hygienischer Sicht sollten die Verbraucher aber beachten, dass der Becher gespült und sauber sei. "Er darf außerdem nicht mit dem Einlasskopf oder dem Zapfhahn in Kontakt kommen", ergänzt Westermann-Schutzki.

Ob und wie der Becher gefüllt werde, entscheide der Kaffeeverkäufer, denn er trüge das Haftungsrisiko. Die Verbraucherzentrale hat schon mehrere Firmen und Bäckereien angesprochen, ob sie Mehrweg-Becher einführen wollen. "Wir sind in Gesprächen und hoffen auf positive Resonanz."

Und wie sieht es bei den ansässigen Kaffeeverkäufern aus? Die RP fragte in zahlreichen Läden nach:

"Bei uns kommt es oft vor, dass wir Kunden den eigenen Thermobecher füllen", sagt Ulrike Kelch, Betriebsleiterin des La Corte an der Cäcilienstraße: "Wir machen das gerne, da wir dadurch weniger Papp-Becher kaufen müssen. Das kommt ganz klar dem Umweltschutz zugute." Die Bäckerei Kamps an der Hauptstraße bietet diese Möglichkeit ebenfalls an. "Wir haben mehrere Stammkunden, die bereits regelmäßig ihren eigenen Becher mitbringen", sagt Mitarbeiterin Derya Edemir.

Doch nicht alle Läden in Benrath befüllen die privaten Becher. Bei der Bäckerei Pass ist das Eingießen beispielsweise nicht gestattet. "Unsere Hygienevorschriften erlauben das nicht", entschuldigt sich Mitarbeiterin Isabel Mehring aus der Filiale in der Benrather Fußgängerzone. Die Hygienevorschriften der Benrather Filiale der Bäckerei Schüren besagen das gleiche. "Wir haben jedoch einen Weg gefunden, um dieses Problem bereits im nächsten Jahr zu lösen", sagt Inhaber Roland Schüren.

Um den Becher-Abfall zu vermeiden, werden im Fairoma an der Görresstraße ab Januar ebenfalls Mehrweg-Becher befüllt und verkauft. "Für ungefähr 15 Euro können dann Fair-Trade-Thermobecher im Laden erworben werden", erklärt Inhaberin Anke Lelieveld. Fremde Becher akzeptiert sich nicht. "Ich bin für die verstärkte Nutzung der Mehrweg-Becher", sagt der Mr.-Baker-Inhaber Manfred Lützenkirchen: "Unsere Kaffeemaschine lässt das Unterstellen von Thermobechern jedoch noch nicht zu. Wenn die Kunden es wünschen, lasse ich sie dementsprechend umbauen." Im Bio-Supermarkt Temma an der Hauptstraße besteht dieses Problem nicht, hier passt der Mehrweg-Becher bereits unter die Kaffeemaschine. Der eigene Becher kann also dort auch schon befüllt werden.

Auch Kakao ist ein beliebtes To-go-Getränk. Im Schocoladen an der Friedhofstraße ist es kein Problem, diesen in den eigenen Becher einschenken zu lassen. "Wir haben sogar schon Thermoskannen voll gemacht", sagt Inhaber Jochen Scharf.

(fgr/wa.)
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