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Verstörende Bilder von Ivonne Thein
Mit Photoshop zur Magersucht
Schockierende Magersucht-Bilder von Ivonne Thein
Schockierende Magersucht-Bilder von Ivonne Thein FOTO: © Ivonne Thein
Die Bilder schockieren den Betrachter - erinnern sie doch eindringlich an abgemagerte Models mit völlig ausgemergelten Körpern. Glücklicherweise sind die von Ivonne Thein fotografierten und in einer Düsseldorfer Galerie gezeigten Frauen nicht wirklich magersüchtig, Photoshop sei Dank.

Verstörend und beunruhigend wirken die Modelle in ihren künstlichen, unnatürlichen Posen dennoch. Rücklings auf allen Vieren auf den Boden gestützt, im Ausfallschritt um die eigene Achse gedreht - die Präsentation von Körper und Mode erscheint eher wie eine schmerzhafte Verrenkung.

Arme und Beine scheinen übernatürlich lang und dünn, in einigen Posen erschreckend zerbrechlich. Knochen und Gelenke treten sichtbar hervor. Die jungen Frauen tragen weiße Satinunterkleider, Korsetts, Seidenstrümpfe und medizinische Bandagen, die sich so um Arme und Oberkörper legen, dass eine Bewegung unmöglich scheint.

Die Pose in der fotografischen Serie "Zweiunddreißig Kilo" von Ivonne Thein ist ein Balance-Akt. Die Fotografien thematisieren das krankhafte Streben junger Mädchen und Frauen nach extremer Schlankheit.

Hintergrund ist das stark verbreitete Phänomen der bereits Mitte der 1990er Jahre entstandenen Internetbewegung Pro Ana, die Magersucht (Anorexia nervosa) zu einer neuen, positiven Lebenseinstellung für junge Mädchen erhebt. Daneben arbeitet Thein in Bildsprache und Komposition bewusst mit Mitteln, die Inszenierung und Oberflächlichkeit der Modewelt aufgreifen.

Auch die neueren Serien "Unvolkommen" und "Proforma" orientieren sich an den heutzutage in den Medien kommunizierten Schönheitsidealen, wobei Inszenierung und digitale Nachbearbeitung der Künstlerin erlauben, diese Vorbilder zu überzeichnen und so der Lächerlichkeit preiszugeben.

Die Ausstellung "Incredible Me" ist zu sehen in der Galerie Voss in der Mühlengasse 3. Sie läuft noch bis zum 27. Februar. Geöffnet ist die Galerie dienstags bis freitags von 10 - 18 Uhr und samstags von 11 - 14 Uhr.

Quelle: csr/fb
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