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Serie Arbeitsmarkt Düsseldorf
Mit Szene-Limonade zurück in den Job

Serie Arbeitsmarkt Düsseldorf: Mit Szene-Limonade zurück in den Job
Gründer Albert Isakson mit den drei Geschmacksrichtungen seiner selbst kreierten und vermarkteten Limonaden-Marke "Soul Soda". FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Albert Isakson hat aus der Arbeitslosigkeit eine eigene Firma gegründet. Unter dem Label "Soul Soda" vermarktet er spezielle Limonaden. Heute gibt es sie im Ritz Carlton und an der Lorettostraße. Den Kredit für die Gründung gab das Jobcenter. Von Thorsten Breitkopf

Wenn Albert Isakson im Café Bernstein an der Lorettostraße in Unterbilk sitzt und bei einer Limonade von ebendieser erzählt, spürt man seine Begeisterung. Alle Zutaten seien biologisch und nachhaltig. Die Geschmacksrichtungen, die der Limonadenmacher kreiert hat, sind einzigartig: Seine erste Komposition war eine koffeinhaltige Limetten-Minz-Limonade. "Mit zehn Prozent Fruchtsaft-Gehalt, normal sind zwei bis drei Prozent", sagt der Jung-Unternehmer. Abgefüllt wird die Limonade mit bergischem Waldquellwasser, und sie erhält so viel Koffein, wie gerade noch erlaubt ist in Deutschland bei Softgetränken. Für Isakson die ideale Alternative zu künstlichen Energy-Drinks. Soul Soda heißt seine Firma, er selbst bezeichnet den Betrieb als "Start-up". Und der Laden läuft.

Isaksons Story ist eine Erfolgsgeschichte. Nach seinem Ausstieg bei einer Unternehmensberatung vor mehreren Jahren wurde der Diplom-Betriebswirt arbeitslos, zwei Jahre war er auf die Leistungen der Arbeitsagentur beziehungsweise des Jobcenters angewiesen, also jener Behörde, die Hartz-IV-Mittel auszahlt. Mit seiner Geschäftsidee von den Szene-Limonaden blitzte er zunächst bei der Agentur für Arbeit ab. Isakson war einer der zahlreichen so genannten Langzeitarbeitslosen Düsseldorfs, die vom Jobcenter betreut werden. Trotz eines Booms auf dem Arbeitsmarkt sind 9200 Menschen in Düsseldorf Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl ist seit der Finanzkrise zwar um 4000 gesunken, dennoch profitieren Langzeitarbeitslose unterdurchschnittlich vom Beschäftigungswachstum. Je länger Menschen arbeitslose sind, umso schwerer ist es auch, sie in den Arbeitsmarkt zurückzubekommen. Das ist die Aufgabe der Betroffenen - und der Betreuer des Jobcenters.

Isakson gehört zu denen, die den Weg zurück in den Job mit Hilfe des Jobcenters geschafft haben. Denn Isakson hatte einen 80-seitigen Business-Plan für seine Limonaden-Firma, Idee und Konzept standen, lediglich die Finanzierung fehlte. Gemeinsam mit seinem Betreuer vom Jobcenter entwickelte er eine Finanzierungsidee und erhielt dann schließlich einen Kredit von der Behörde. Das war vor vielen Monaten. Heute ist der Kredit - in kleinen Raten - fast abgezahlt.

Und Isaksons Limonaden sind das geworden, was er wollte: ein Szenegetränk in einer kleinen, feinen Nische. Marketing, Design und den Online-Auftritt managt er mit seinem Geschäftspartner Daniel Kluger. In der Bar des Berliner Hotels Ritz Carlton werden mit den Düsseldorfer Limonaden Londrinks gemixt. In Düsseldorf gibt es Produkte von Soul Soda etwa in der Brasserie Stadthaus im De-Medici-Hotel, im Bernstein oder in diversen anderen Bars, und inzwischen kann man sie etwa bei Edeka Zurheide kaufen. Zur ersten Geschmacksrichtung kamen eine Veilchen-Limo und eine Cola-Variante, weniger süß als die Produkte des Marktführers. Weitere Sorten sollen folgen.

Quelle: RP
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