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Düsseldorf
Mittelstand in der Region boomt laut Studie

Düsseldorf: Mittelstand in der Region boomt laut Studie
FOTO: Bild: Endermann/Grafik: Ferl/Quelle: Commerzbank
Düsseldorf. Kleinere Unternehmen in Düsseldorf haben laut Commerzbank vollere Auftragsbücher als vor einem Jahr. Es wird schwerer, Fachkräfte zu bekommen. Die niedrigen Zinsen haben kaum Auswirkungen auf Investitionen. Von Thorsten Breitkopf

Die große Mehrheit der Kleinunternehmer in der Region Düsseldorf ist bisher mit dem Geschäftsverlauf in diesem Jahr überdurchschnittlich zufrieden. 80 Prozent der Düsseldorfer Freiberufler, Gewerbetreibenden und Handwerker bewerten die Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil. Damit ist man in der NRW-Landeshauptstadt optimistischer als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt die dritte Geschäftskunden-Studie der Commerzbank. Befragt wurden Unternehmer mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro. "Die Auftragsbücher sind bei den meisten Kleinunternehmern noch besser gefüllt als bei der Vergleichsumfrage des Vorjahres", sagt Christian Erber, Privatkundenchef der Commerzbank in Düsseldorf. Nur 20 Prozent der Befragten - ein Fünftel weniger als im Vorjahr - berichten von einer verschlechterten wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Auftragsbücher sind nach eigenen Angaben zu 86 Prozent gleich oder besser gefüllt als im Vorjahr. Damit liegt Düsseldorf um drei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. 41 Prozent der Düsseldorfer Gewerbetreibenden, Freiberufler und Handwerker erwarten eine positive Wirtschaftsentwicklung für das Jahr 2017, damit hat sich die Zahl der Optimisten in Düsseldorf gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Insgesamt rechnen mehr als drei Viertel der Düsseldorfer Geschäftskunden mit einer positiven oder stabilen Entwicklung. Nur noch jeder Fünfte - und damit weniger als im Vorjahr - erwartet einen Rückgang in 2017.

Die niedrigen Zinsen lassen die Düsseldorfer übrigens weit mehr kalt als die übrigen Unternehmer im Durchschnitt im Land. Für 71 Prozent der Düsseldorfer Geschäftskunden haben die niedrigen Zinsen keine Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Nur 14 Prozent sehen die private Altersvorsorge bedroht - das sind nur halb so viele wie bundesweit. Deutschlandweit sehen nur 48 Prozent keine Auswirkungen. "Nur zwölf Prozent nutzen in Düsseldorf die niedrigen Zinsen, um Investitionen stärker fremd zu finanzieren - das sind ebenfalls weniger als im Bundesdurchschnitt, wo dies 16 Prozent der Befragten angaben", sagt Thomas Girgott, Leiter Geschäftskunden bei der Düsseldorfer Commerzbank.

Mit Abstand das größte Problem für Geschäftskunden bleibt laut der Umfrage der Fachkräftemangel - der bereits von knapp der Hälfte als Risiko gesehen wird. "Für 62 Prozent der Düsseldorfer Geschäftskunden ist es schwierig, neue Mitarbeiter zu finden. Nur gut ein Drittel hat keine Probleme, offene Stellen zu besetzen", sagt Girgott. Die wichtigsten Gründe für den Fachkräftemangel seien für knapp die Hälfte der Geschäftskunden der Mangel an Fachkenntnissen und die schlechte Bezahlung.

Aber auch die Konkurrenz durch das Internet wird in Düsseldorf zunehmend als Bedrohung empfunden - gut jeder Fünfte fürchtet sich davor. Rund 40 Prozent suchen über den eigenen Internetauftritt nach Mitarbeitern - das sind deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Nur gut ein Fünftel sucht in Düsseldorf über Jobportale im Internet - das sind weniger als im Bundesdurchschnitt.

Dagegen ist die Angst der Unternehmer in der Region vor einer Steigerung der Lohnkosten zurück gegangen - nur noch 18 Prozent sehen das als Problem.

Quelle: RP
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