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Düsseldorf
Modemessen stehen gut da wie lange nicht

Düsseldorf: Modemessen stehen gut da wie lange nicht
Jessica Bogon (v.l), Svetlana Stepanova und Kirsten Huppertz gaben einen Vorgeschmack auf die Fashion-Shows im Areal Böhler. FOTO: Dackweiler
Düsseldorf. Weil auch der nächste Sommer bestimmt kommt, zeigen ab 24. Juli die Düsseldorfer Messen, was 2016 angesagt ist. Von Dagmar Haas-Pilwat

Die schlechte Nachricht zuerst: Bekleidung wird teurer. "Der Umsatzrückgang in Osteuropa und in Russland macht der deutschen Modeindustrie zu schaffen", sagt Klaus Brinkmann, Vorstand von Fashion Net Düsseldorf. Demnach drohten Umsatzrückgänge, der Preiskampf werde härter. Die gute Nachricht: Düsseldorf und seine Modemessen stehen so gut wie schon lange nicht mehr da. "Wir suchen neue Wege für die Branche, konzentrieren uns auf unsere Stärken und bieten mit den drei großen Messeveranstaltungen (The Gallery, Supreme und Date), den diversen Modequartieren, den mehr als 800 Showrooms die neuen Kollektionen von mehr als 3000 Anbietern an", sagt Uwe Kerkmann, Leiter der Wirtschaftsförderung.

Eine zentrale Rolle im Geschäft mit der Mode werden in Zukunft die Hallen des Areal Böhler spielen. Dort rollt vom 24. bis 27. Juli die "Platform Fashion" in der alten Federfabrik den drei Meter breiten Laufsteg aus. Die Veranstalter Jonas Klingenstein und Benjamin Kuchenbäcker starten nicht nur mit acht Modenschauen etablierter Marken wie Thomas Rath, Annette Görtz und Barbara Schwarzer für Fachbesucher, sondern präsentieren erstmals gegen 21 Euro Eintritt "normalen" Kunden auf dem Modemarkt Fashion Yard die Kollektionen von zehn aufstrebenden Labels. Nach der Show kann jeder die Modemacher kennenlernen und deren Kreationen direkt von der Stange weg in Pop-up-Stores kaufen.

Premiere feiert auch der von Düsseldorf mit jährlich 200 000 Euro unterstützte Verein Fashion Net, ein Netzwerk aus Modeindustrie, Designern, Messe- und Showroom-Betreibern, Hochschulen, Einzelhandel und Stadt. "Wir wollen mit unserer ersten Schau von heimischen Designern zeigen, dass zur Modestadt neben dem Business die Modemacher gehören", sagt Projektmanager Wolfgang Hein. Vor geladenen Gästen schicken Marion Strehlow (Strehlow), Rita Lagune (Rita Lagune Club Couture), Gabriela Holscher-Di Marco (ELA selected) und das junge Label Esde Bags ihre Models auf den Catwalk.

"Wir platzen aus allen Nähten, die Nachfrage der Aussteller übersteigt unsere Kapazität", berichtet Ulrike Kähler, Direktorin der zentralen Ordermesse "The Gallery" der Igedo. Zum letzten Mal wird deshalb der Taktgeber der Branche in den Räumen der "Botschaft" seine Stände aufbauen. Im Januar 2016 zieht die Gallery um in die Schmiedehallen und die Glühofenhalle auf dem Areal Böhler - Modenschauen und Modemessen rücken vor Industriekulisse zusammen.

Konzentration sei gefragt, um sich als Modestandort zu behaupten, erklärt Miriam Dietz, Sprecherin der Supreme Women & Men, die sich mit über 470 Kollektionen auf drei ausgebuchten Etagen im "B1" verortet hat. Düsseldorf wird ihrer Ansicht nach im Vergleich zu Berlin als Orderplattform wichtiger werden. Dabei wachse die Bedeutung kostengünstiger und gleichzeitig innovativer Konzepte, erklärt Uwe Kerkmann. Er hat großes Interesse an der Mode, weil sie Düsseldorfs Wirtschaftskraft stärkt.

Eine Veranstaltung, die sich zur Nummer 1 entwickelt hat, ist die "Date" im Fashion House. Sie gilt als europäische Leitmesse für Accessoires und Hüte. "Nirgendwo werden in vier Tagen mehr Accessoires verkauft", sagt Initiator Michael Arlt. "Wir holen uns stets einen Marktführer aus Belgien, Italien, den Niederlanden oder USA, und der zieht internationale Einkäufer an den Rhein", verrät er das Erfolgsrezept.

Quelle: RP
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