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Möbelhäuser in Düsseldorf
Möbelhändler Schaffrath startet neue Offensive

Möbelhäuser in Düsseldorf: Möbelhändler Schaffrath startet neue Offensive
Drei große Areale an der Theodorstraße können entwickelt werden - Höffner, Schaffrath und Bauhaus planen dort neue Standorte. FOTO: Wirtschaftsförderung Düsseldorf / Fotos: CDU, Hans-Jürgen Bauer / Grafik: Doppel, Design: Weber
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Möbelhändler möchte an der Theodorstraße in Düsseldorf-Rath ein Konzept mit vier Fachmärkten umsetzen. Konkurrent Krieger (Höffner) muss für sein Areal Änderungen beim Sortiment vornehmen. Politiker befürchten eine Hängepartie. Von Uwe-Jens Ruhnau

Über Monate schwelte um Grundstücke an der Theodorstraße der "Möbelkrieg von Rath". Die Unternehmen Krieger (unter anderem Marke Höffner) und Schaffrath konkurrierten um die Erlaubnis, an diesem Standort große Möbelmärkte errichten zu dürfen. Die Politik war gespalten, CDU und SPD votierten mit Oberbürgermeister Thomas Geisel im vorigen Jahr schließlich für Krieger. Grüne und FDP machten sich für Schaffrath stark, auch weil dies ein regionales Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf ist. Jetzt lebt der Konflikt auf: Während es bei Krieger offene Fragen gibt, startet Schaffrath eine neue Offensive. "Wir reichen eine Bauvoranfrage für vier Fachmärkte ein", kündigt Geschäftsführer Marc Fahrig an. Selbständige Einheiten, je 8000 oder 10.000 Quadratmeter groß, es gebe bereits Interesse von dritter Seite. "Wir würden sofort bauen."

Die Theodorstraße liegt strategisch günstig in Flughafennähe und zwischen den Autobahnen 44 und 52. Es gibt aktuell drei große Areale, die entwickelt werden können. Bauhaus hat gerade sein Konzept mit Baumarkt und Büros öffentlich gemacht. Krieger erhielt den Zuschlag für 59.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Jetzt ist dieses Projekt "merkwürdig in der Schwebe", wie CDU-Planungsexperte Alexander Fils sagt. Zwar wurde mit der Bodensanierung begonnen, dann aber überraschte das Unternehmen im März mit einer Planänderung. Statt dreier sollen nun nur noch zwei Möbelhäuser entstehen: der Mitnahmemarkt Sconto und das Haupthaus Höffner. Designermöbel (Kriegerhome) dagegen wird es im ehemaligen Autohaus Brüggemann nun nicht mehr geben. Es soll fallen, die Fläche zwischen Skonto und Höffner aufgeteilt werden.

Aus der Luft erkennt man die Fläche, wo das Möbelhaus an der Theodorstraße geplant ist. FOTO: Endermann, Andreas

Laut Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa wartet die Stadt zudem seit Januar auf neue Zahlen zu den Sortimenten. Dieser Punkt könnte der größte Knackpunkt für die Baugenehmigung werden. Große Einzelhandelsansiedlungen unterliegen landesplanerischen Vorgaben. Krieger wolle 5510 Quadratmeter zentrenrelevanter Sortimente verwirklichen, möglich sei aber nur die Hälfte, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zu diesen Sortimenten gehören u.a. Home-Textilien und andere Dinge des täglichen Bedarfs - Angebote, die für die Wirtschaftlichkeit von Fachmärkten wichtig sind. Mit den strengen Auflagen jedoch will man die Innenstadtlagen schützen, die Stadt muss diese Vorgabe umsetzen. Schaffrath kündigt für seine Pläne deswegen an, nur gut ein Prozent dieser Sortimente anbieten zu wollen. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke hält den Vorstoß von Schaffrath für "interessant", man werde ihn prüfen.

Grüne und FDP hätten nach wie vor am liebsten, wenn Schaffrath zum Zuge käme. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) betont aber auch, man wolle nicht erneut hingehalten werden. "Wenn Herr Fahrig die Lippen spitzt, muss er auch pfeifen." Tatsächlich haben die Politiker Angst vor einer Hängepartie. Hintergrund: Krieger hat sich an mehreren Standorten in der Republik Flächen gesichert, entwickelt sie aber nicht alle gleich intensiv. Die Pläne für ein Duisburger Projekt wurden aufgegeben. Baut Krieger jedoch wie angekündigt in Düsseldorf, bekäme Schaffrath bei der Genehmigung Probleme. Hintergrund sind Einwände der Stadt Ratingen, wo Möbelverkauf in der City stattfindet und für sie wichtig ist. Markus Raub (SPD) ist deswegen "skeptisch, wenn es um zwei Möbelhaus-Standorte in Rath geht".

Vom Unternehmen Krieger war keine Stellungnahme zu erhalten.

Quelle: RP
 
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