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Düsseldorf
Museen sollen näher zusammenrücken

Düsseldorf: Museen sollen näher zusammenrücken
Das Goethe-Museum im Schloss Jägerhof soll nach Einschätzung von Bürgermeister Friedrich Conzen... FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. Die Stadtverwaltung soll effizienter und, wo möglich, auch schlanker werden. Dabei sind auch die Kulturinstitute im Fokus. Aufgaben sollen zusammengelegt werden, Umzüge von Museen sind nicht ausgeschlossen. Von Denisa Richters

Die Finanzlage der Stadt ist angespannter denn je, und deshalb bekommen Überlegungen, die es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben hatte, einen stärkeren Drall. Der Verkauf städtischer Immobilien wird forciert, die Stadtverwaltung kommt auf den Prüfstand mit dem Ziel, effizienter und damit auch kostengünstiger zu arbeiten. Friedrich G. Conzen (CDU), Bürgermeister und Vorsitzender des Kulturausschusses, sieht schon seit langem bei den Kulturinstituten Verschlankungspotenzial - und hat in vielen Punkten Kulturdezernent Hans-Georg Lohe an seiner Seite.

... stärker mit dem Heine-Institut an der Bilker Straße zusammenarbeiten. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

"Es gibt Häuser, die sehr gut zusammenpassen", sagt Conzen. Und es sei unverständlich, dass sie etwa für die Gestaltung von Prospekten oder die Organisation von Führungen jeweils eigenes Personal vorhalten. "Das könnte man ohne weiteres zentral regeln und den Instituten damit auch ein einheitliches Auftreten geben." Es müsse auf den ersten Blick erkennbar sein, dass alle zur Landeshauptstadt gehörten.

Doch die organisatorischen Abläufe sind für Conzen das eine, er sieht auch eine weitergehende Zusammenarbeit von Museen, die sich inhaltlich naheliegen, und schließt auch räumliches Zusammenrücken nicht aus. Längst wird offen über eine Zusammenlegung des Filmmuseums, das derzeit an der Schulstraße am Alten Hafen in der Carlstadt untergebracht ist, und dem Theatermuseum nachgedacht. Zumal das denkmalgeschützte Gebäude des Theatermuseums an der Jägerhofstraße stark sanierungsbedürftig ist.

Nicht weit davon entfernt, auf der anderen Seite dieses Teils des Hofgartens, befindet sich ein anderes Denkmal in städtischem Besitz mit hohem Sanierungsbedarf: das Schloss Jägerhof, in dem sich das Goethe-Museum befindet. Nach Conzens Überzeugung bietet sich eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Heine-Institut (an der Bilker Straße in der Carlstadt) geradezu an. "Selbstverständlich würden für beide Bereiche unterschiedliche Wissenschaftler arbeiten, aber eine Leitung für beide würde genügen." Er schließt auch eine räumliche Nähe nicht aus. So wäre denkbar, für das Institut français, das sich direkt gegenüber dem Heine-Institut befindet, einen anderen Standort zu finden, und die beiden Gebäude an der Bilker Straße für Goethe und Heine zu nutzen.

Das sind die Museen in Düsseldorf FOTO: rpo

Für Kulturdezernent Hans-Georg Lohe ist das nicht vorstellbar. Das Museum sei eine Stiftung und stelle "die bedeutendste Sammlung Goethes weltweit" dar. "Wir sind unserer Geschichte verpflichtet", betont Lohe. Und die Stadt habe einen entsprechenden Vertrag mit der Stiftung geschlossen. Ein Umzug käme nur in Frage, wenn es einen adäquaten Standort gebe. Den sehe er in den Räumen des Institut français nicht.

Einig sind sich Lohe und Conzen mit Blick auf eine Zusammenarbeit zwischen dem Hetjens-Museum (Keramik) und dem Glasmuseum Hentrich im Museum Kunstpalast. "Diese Kooperation ist mein Vorschlag und sinnvoll", sagt Lohe. Conzens Überlegungen gehen aber auch hier viel weiter: Weil wegen der Verlegung der Eon-Zentrale nach Essen offen ist, wie lange der Energiekonzern sich noch beim Kunstpalast engagiert, könnten auch Räume im Ehrenhof freiwerden: die der Eon-Akademie in einem weiß gestrichenen Trakt an der Ecke zur Inselstraße.

Dort war früher der Sitz des Kulturdezernats. Weil es aber stark sanierungsbedürftig war, hat die Stadt das Gebäude der Stiftung Museum Kunstpalast geschenkt, die es wiederum an Eon vermietet. Eon hatte im Gegenzug die Renovierung übernommen. Sollte Eon ausziehen, könnte, so Conzens Überlegung, das Hetjens-Museum einziehen. Lohe hat Bedenken: "Das ist ein reines Verwaltungsgebäude." Denkbar wäre in einem solchen Fall eher, die Kunstpalast-Verwaltung dorthin umzusiedeln und deren Räume für das Hetjens zu nutzen. "Das wäre aber etwas, das wir in einigen Jahren angehen könnten."

Fest steht aber: Durch solche Umzüge könnte die Stadt sich von manchem Gebäude in Top-Lage trennen und unter dem Strich höchstwahrscheinlich zweistellige Millionensummen erzielen.

Quelle: RP
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