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Düsseldorf
Muskator-Insolvenz: 50 Entlassungen

Düsseldorf: Muskator-Insolvenz: 50 Entlassungen
Der Futterhersteller Muskator entlässt 50 Mitarbeiter. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Der Futtermittelhersteller Muskator aus dem Hafen hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb wird eingestellt, weil die Gläubiger keine Chance auf Fortführung sehen. 50 von 56 Mitarbeitern werden gekündigt und sofort freigestellt. Von Thorsten Breitkopf

Der traditionsreiche Düsseldorfer Tierfutterhersteller Muskator ist nun endgültig insolvent. Das Amtsgericht Düsseldorf hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Muskator GmbH eröffnet. Rechtsanwalt Bernd Depping ist der Insolvenzverwalter bestellt.

Das Gericht hatte Depping bereits am 7. März 2013 zum vorläufigen Insolvenzverwalter der 1911 gegründeten Muskator-Werke ernannt. Die Geschäftsführung des Tierfutterherstellers hatte wegen Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Die Hoffnung auf eine Fortführung des Unternehmens erfüllt sich nicht. Auf seiner letzten Sitzung hat der vorläufige Gläubigerausschuss beschlossen, den Futtermittel-Betrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen. Das heißt auch, dass mindestens 50 Mitarbeiter in Düsseldorf ihre Arbeitsplätze verlieren. Der Insolvenzverwalter hat angekündigt, dass jetzt 50 der 56 Mitarbeiter in Düsseldorf gekündigt und sofort freigestellt werden. Die sechs verbliebenen Angestellten sollen die geregelte Abwicklung sicherstellen.

Am Montag wäre das Insolvenzgeld ausgelaufen. Hätte Muskator weitergeführt werden können, hätte die Firma zu diesem Tag aus eigener Kraft die Personalkosten aufbringen müssen. Eine Fortführung ist aus Sicht der Gläubiger aber nur dann sinnvoll, wenn sich dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöht, mehr als bei einer Liquidation zu erhalten.

Dazu war Muskator aber wohl nicht in der Lage. "Die Mitarbeiter haben für die Monate Januar, Februar und März 2013 ihre Löhne und Gehälter als Insolvenzgeld erhalten. Lediglich drei Wochen Zeit für stabilisierende Maßnahmen als Grundlage einer belastbaren Sanierungslösung waren nach Antragstellung Anfang März zu kurz", sagte Insolvenzverwalter Depping.

Der vorläufige Gläubigerausschuss hat laut einer Mitteilung außerdem beschlossen, dass der Insolvenzverwalter seine Verhandlungen mit der Stadt Düsseldorf über die Abfindung zu den Erbbaurechten auf dem Gelände, auf dem sich das Muskator-Werk 3 befindet, fortsetzen soll. Es handelt sich um das nicht mehr genutzte, aber bebaute Firmengelände an der Weizenmühlenstraße. Für die Werke 1 und 2, die sich im Norden des Muskator-Grundstücks befinden, sollen Interessenten gefunden werden.

Für einen Hotelbetrieb in Riesa, der zur Unternehmensgruppe gehört, soll jetzt ein Investor gefunden werden. Der Hotelbetrieb werde dazu zunächst aufrechterhalten, hieß es. Unklar ist, ob die Marken Muskator und Ovator, die zu den bekanntesten Tierfuttermarken Deutschlands gehören, an einen Konkurrenten verkauft werden können. Dazu wollte sich ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Donnerstag nicht äußern.

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