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Düsseldorf
Mutter soll Mitschüler ihres Sohnes verprügelt haben

Düsseldorf. 27-Jährige bestreitet vor dem Amtsgericht die Attacke.

Weil sie mehrere Mitschüler ihres Sohnes (7) an einer Rheinbahnhaltestelle attackiert haben soll, musste eine Mutter (27) gestern vors Amtsgericht. In der Nähe des Nordparks soll sie drei andere Kinder von einer Förderschule aus Pempelfort zufällig angetroffen, dann auf einen 13-Jährigen eingeprügelt haben. Ihren Sohn habe sie noch aufgefordert, einen Elfjährigen ebenfalls zu verhauen. Die Anklage wegen Körperverletzung in drei Fällen hat die Mutter gestern aber heftig bestritten. Sie habe die Mitschüler nach etlichen Angriffen auf ihren Sohn doch nur zur Rede stellen wollen. "Dass ich geschlagen haben soll, stimmt überhaupt nicht!" Ein Urteil steht noch aus.

Immer wieder sei ihr kleiner Sohn, der ein verkürztes Bein hat, an dieser Förderschule von anderen Kindern aus oberen Klassen verhauen und gepiesackt worden. Als die Angeklagte dann im März 2014 ihren Sohn mittags vom Unterricht abholte und mit ihm zur Bahnhaltestelle ging, habe der Siebenjährige sofort auf drei Kinder gezeigt, die dort ebenfalls warteten: "Das sind sie", habe ihr Sohn erklärt. Die Mutter: "Ich bin da nicht hingegangen, um die anzuklagen, sondern wollte mir die Jungs mal anhören, wollte die ganze Sache klären, damit sich die Kinder in Zukunft vertragen!"

Laut Anklage ist diese Mission aber gründlich schief gegangen und führte jetzt zu den Vorwürfen gegen die Mutter. Ihren Sohn soll sie nämlich angestachelt haben, einen Elfjährigen zu verprügeln. Einen 13-Jährigen soll sie selbst geohrfeigt und anschließend so heftig gegen eine Wand geschubst haben, dass der Junge verletzt wurde. "Ich stand doch da wie ein Schiedsrichter", widersprach die Mutter im Prozess. Aber als einer der anderen Jungs "respektlos, prollig und frech geworden ist zu mir" und der 13-Jährige neben ihr dann plötzlich noch "eine ruckartige Bewegung gemacht hat, da bin ich erschrocken und hab' den gegen eine Wand gedäut", gab die 27-Jährige zu.

Ob der Junge dadurch verletzt wurde, könne sie nicht sagen. Aber schuldig im Sinne der Anklage habe sie sich nicht gemacht. Da neben ihrem Sohn und dem Elfjährigen gestern aber alle weiteren Zeugen fehlten, brach der Richter den Prozess ab und will alle damals beteiligten Kinder beim nächsten Termin lieber direkt nacheinander als Zeugen befragen.

(wuk)
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