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Baumberg/Düsseldorf-Süd
Nach dem Hochwasser wird aufgeräumt

Baumberg/Düsseldorf-Süd: Nach dem Hochwasser wird aufgeräumt
Manfred Klein weist im überfluteten Eingang im Südwesten des Kastells auf den Pegelstand hin. FOTO: Manfred Klein
Baumberg/Düsseldorf-Süd. Die Kämpenreinigung des Urdenbacher Bürgervereins findet am 24. Februar statt. Die Fähre nach Zons wird frühestens am Sonntag den Betrieb wieder aufnehmen können. Von Petra Czyperek und Andrea Röhrig

Aufatmen in den Stadtteilen, die unmittelbar am Rhein liegen. Der Rhein-Pegel sinkt. Das Wasser stand gestern Mittag am Pegel in Düsseldorf bei 6,78 und damit deutlich niedriger als noch zum Wochenbeginn. Noch ist es aber zu früh, um angeschwemmtes Material wegzuräumen. Viel Unrat ist am Rheinufer aber wohl nicht liegengeblieben, das Wasser hat fast alles mitgenommen.

Was in Baumberg und Urdenbach angeschwemmt wurde, sammeln der Baumberger Allgemeine Bürgerverein (BAB) und der Urdenbacher Allgemeine Bürgerverein (ABVU) bei ihrer jährlichen Kämpenreinigung ein, die in diesem Jahr am Samstag, 24. Februar, stattfindet. Um 10 Uhr treffen sich die Urdenbacher Müllsammler am Piels Loch, die Baumberger zur gleichen Zeit an der Klapptorstraße. Mit um die 100 Helfern rechnet alleine der ABVU-Vize Torsten Winter. Anmelden muss sich niemand, wer anpacken will - Handschuhe und Säcke werden gestellt - kann sich am Treffpunkt einfinden. Lediglich größere Gruppen sollten vorab Bescheid sagen, da es am Nachmittag an Haus Bürgel einen gemütlichen Abschluss für beide Gruppe mit Getränken und einer Suppe gibt.

Die zwischen Zons und Urdenbach verkehrende Fähre nimmt frühestens am Sonntag den Betrieb wieder auf: "Wir müssen schauen, wie sich die Wasserstände weiter entwickeln", sagt Eigner Wolfgang Jansen. Zuvor müssten zudem an beiden Anlegeseiten Aufräumarbeiten erledigt werden. Wer sich informieren will, ob die Fähre wieder in Betrieb ist, erfährt dieses auf der Internetseite www.faehre-zons.de.

Herbert Reuter ist mit dem Planwagen auf dem Urdenbacher Weg unterwegs. FOTO: Manfred Klein

Die Schäden des Januar-Hochwassers sind insgesamt überschaubar. Zwar wurden die umliegenden Wiesen von Haus Bürgel in Baumberg geflutet. Auch zwei 2009 eröffnete, ebenerdige Museumsräume im Südwestbereich des ehemaligen Römerkastells standen unter Wasser. "Wir konnten aber den Nachbau eines römischen Geschützes und die Nachbildung eines Weihesteins in die erste Etage in Sicherheit bringen", sagt Manfred Klein, Vorsitzender des Museums Haus Bürgel.

Die drei Institutionen auf Haus Bürgel - das Römische Museum, die Kaltblutpferdezucht Reuter und die Biologische Station - kamen diesmal bei einem Pegelhöchststand von 8,78 Metern Kölner Pegel, gemessen am 8. Januar, ohne größere Schäden davon. "Aufwendige Sicherungsmaßnahmen für das Museum und die Pferdezucht waren nicht notwendig", berichtet Manfred Klein. Der Innenhof des historischen Kastells sei weitgehend vom Hochwasser verschont geblieben. Um die Pferde versorgen zu können, transportierte Herbert Reuter mehrmals täglich mit Trecker und Planwagen die Reiter vom Parkplatz an der Baumberger Aue nach Haus Bürgel. Die höher gelegenen Ställe mussten nicht evakuiert werden. Inzwischen ist Haus Bürgel wieder gut erreichbar.

Auch in Himmelgeist ist der Rhein auf dem Rückzug. FOTO: Günter von Ameln

Die Feuerwehr Monheim hat das überschwemmte Gelände mit ihrem neuen Tanklöschfahrzeug erkundet. Der Wagen ist mit einem hochgeländegängigen Unimog-Fahrgestell ausgestattet und konnte so problemlos das teilweise überflutete Gelände im Deichvorland erkunden. Am Ende des Ortsteils Baumberg war mit normalen Autos kein Durchkommen mehr zum Kastell möglich. Mit dem Tanklöschfahrzeug seien die Feuerwehrleute durch das hüfthohe Wasser nach Haus Bürgel gelangt, um dort mit Herbert Reuter die Lage zu sondieren. "Bei medizinischen Notfällen oder Brandeinsätzen hätte der neue Unimog wertvolle Dienste geleistet", zieht Monheims Feuerwehrchef Torsten Schlender eine Bilanz der ersten Hochwasserfahrt.

Auch in Himmelgeist ist der Rhein auf dem Rückzug. Wiesen und Wege, die am Wochenende noch geflutet waren, sind wieder frei vom Wasser.

Quelle: RP
 
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