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Düsseldorf
Nach der U-Bahn startet der Wehrhahn durch

Düsseldorf: Nach der U-Bahn startet der Wehrhahn durch
Jil Dean vom Reformhaus Kaubisch platziert einen Aufsteller vor dem neuen Ladenlokal am Wehrhahn. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Straße hat jahrelang unter den Baustellen für die Wehrhahn-Linie gelitten. Nun gibt es die ersten Zeichen für einen Aufwärtstrend. Eine französische Bäckerei und ein gehobener Falafel-Imbiss wollen eröffnen.  Von Nicole Lange

Quasi mit dem Start der Wehrhahn-Linie hat das Reformhaus Kaubisch seine neue Filiale Am Wehrhahn 15 eröffnet: Am 18. Februar begann der Verkauf, nur zwei Tage später nahm auch die U-Bahn den Betrieb auf, deren Station "Pempelforter Straße" wenige Meter vom Eingang liegt. "Die Frequenz ist noch etwas geringer als am alten Standort an der Jacobistraße", sagt Debora Meli von der Geschäftsleitung, die Wege seien eben noch nicht gelernt. Doch man habe Vertrauen in den Standort: "Es gibt gute Geschäfte in der Umgebung, die Straße wird insgesamt gehobener." Auch die nahen Billig-Läden, vermutet sie, dürften zeitnah verschwinden.

Die Händler am Wehrhahn haben schwierige Zeiten hinter sich. Jahrelang hatten sie eine Großbaustelle vor der Nase, die Laufkundschaft blieb weg, Lärm und Dreck machten auch den Mitarbeitern zu schaffen. Manch ein Geschäft gab auf. Im vergangenen Jahr rief das nahende Ende der Arbeiten die Vorausschauenden auf den Plan: Die Bio-Kette Denn's er1öffnete eine Filiale, die Hotelkette Holiday Inn Express ein Haus mit 164 Zimmern, und seit August bietet die "Boulangerie Patisserie épi" französisches Gebäck der gehobenen Preisklasse an. Der Reformhaus-Umzug war der Start für die nächste Runde der Neuansiedlungen.

Aktuell werden an der Kreuzung Wehrhahn/Pempelforter Straße die nicht mehr benötigten Schienen entfernt. FOTO: Ines Räpple

"Der Baba kommt", werben großflächige Plakate im Schaufenster der Hausnummer 23 - hier soll ein gehobener Imbiss für Falafel und Kebab eröffnen. "Wir glauben stark an die Zukunft des Standortes Wehrhahn", sagt David Ewald vom Marketing des Unternehmens. Man verspreche sich von der Fertigstellung der U-Bahn einen positiven Wandel und eine gewisse Aufbruchstimmung. Wenige Häuser weiter wird die Konditorei-Kette Behmer (Stammsitz an der Nordstraße) einen Laden eröffnen. Rund um die Neuen sind auch Leerstände zu sehen, in Hausnummer 17 etwa, in Nummer 38 und gegenüber in 39.

Immobilienexperte Marcel Abel von JLL sieht das nicht als schlechtes Zeichen. "Viele Vermieter gucken, ob sie dort neue Nutzungen hinbekommen." Mancher nutze die Gelegenheit bei auslaufenden Verträgen, um sein Gebäude zu sanieren, aufzuhübschen. "Wir haben eine gute Resonanz auf die Lage", sagt Abel: "Viele Nutzer wollen ,Early Bird' sein und nur die letzte Umbauphase abwarten." Dass unter den neuen Konzepten viele Gastronomen sind, führt er auf die gegenüber der nahen Einkaufsmeile Schadowstraße geringeren Mieten und das größere Angebot zurück.

Handelsexperte Sven Schulte von der Industrie- und Handelskammer freut sich, dass viele Fassaden von den Hauseigentümern saniert wurden: "Das passiert ja, wenn man an den Standort glaubt." Allerdings weist er auch darauf hin, dass die geplante neue Fußgängerzone an der Jacobistraße enden wird: "Die Herausforderung wird sein, den Schwung dann auch zum Wehrhahn hinüberzubringen."

Quelle: RP
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