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Düsseldorf
Nach Prügelattacke am Bahnhof Polizisten bedroht

Düsseldorf. Nur mit gezogener Dienstwaffe ist es am frühen Sonntagmorgen einem Bundespolizisten gelungen, eine Gruppe randalierender Männer zu überwältigen.

Wie die Bundespolizeiinspektion am Hauptbahnhof erst am Montag mitteilte, soll ein Mann aus der siebenköpfigen Gruppe einen zufällig vorbeikommenden Passanten mit einem Faustschlag derart massiv ins Gesicht geschlagen, dass der orientierungslos über den Gehweg getaumelt sei. Ein Polizist habe das aus der Wache der Bundespolizei beobachtet und den verletzten Mann aufgefordert, sich beim Taxistand in Sicherheit zu bringen und parallel dazu seine Kollegen alarmiert.

Als die auftauchten, habe sich die Situation weiter zugespitzt, so Bundespolizei-Sprecher Armin Roggon. Ein 19-Jähriger habe die Polizisten bedroht: Er wolle aus seiner Heimatstadt Gent ein Sturmgewehr holen und alle anwesenden Polizisten "über den Haufen schießen". Ein zweiter Mann habe ein großes Butterflymesser in der Hosentasche gehabt. "Als er Anstalten machte, danach zu greifen, zog der Beamte seine Waffe", sagte Roggon. Erst als der Polizist den "leicht alkoholisierten und hochaggressiven Männern" deutlich machte, dass er auch schießen werde, habe die Gruppe sich ergeben.

Alle sieben Männer wurden überprüft, gegen den 19-Jährigen, der die Beamten bedroht hatte, und gegen den 22-Jährigen, der dem Passanten mit seinem Faustschlag eine Platzwunde beigebracht hatte, wurden Strafverfahren eingeleitet. Beide seien den Justizbehörden in Belgien "bestens bekannt" und verfügten über lange Strafregister.

Gleichwohl wurden die beiden mit ihren Freunden entlassen, nachdem sie "sich beruhigt" hatten. Den Ermittlungen zufolge waren die jungen Männer mit mehreren Autos aus Belgien zum Düsseldorfer Hauptbahnhof angereist.

(sg)