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Düsseldorf
Nach Tunnel-Panne: ADAC fordert bessere Kontrolle der Technik

Düsseldorf: Nach Tunnel-Panne: ADAC fordert bessere Kontrolle der Technik
Wegen der Sperrung des Rheinalleetunnels wurde der Verkehr von der Kniebrücke nach Oberkassel geleitet. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Düsseldorf. Natürlich sei es richtig, dass die Sicherheitssensoren in den Straßentunneln hochsensibel sind, sagt ADAC-Tunnelexperte Roman Sutholt. "Aber es darf nicht sein, dass die Technik auch bei Fehlalarmen dafür sorgt, dass ein Tunnel komplett ausfällt - jeder Tunnel ist ein Nadelöhr." Von Stefani Geilhausen

Am Freitagabend waren im Rheinalleetunnel sämtliche Lichter angegangen und Lüftungs- und Notrufanlage ausgefallen. Durch einen Softwarefehler hatte der Leitrechner reagiert, als gäbe es einen Notfall im Tunnel - und diesen entsprechend gesperrt. Aufheben ließ sich die Sperrung nicht, erst eine neue Software löste das Problem - nach mehr als 24 Stunden.

Eine derartige Störung habe es noch nie gegeben, versicherte Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, die an der Technik aber eigentlich nichts auszusetzen hat. "Das sind hochkomplexe Computersysteme. Und es kann nun mal auch zu Computerfehlern kommen - das soll zwar nicht passieren, passiert aber manchmal."

"Die Prozesse müssen überprüft, eine Kontrollebene eingezogen werden", sagt dagegen Sutholt. Dann könnte eine automatisch veranlasste, aber grundlose Störung zumindest zügig wieder aufgehoben werden. Sutholt sitzt mit dem ADAC Nordrhein in Köln, da ist man derzeit für Tunnelstörungen sehr sensibel. Denn auch im neuen Lövenicher Tunnel häuften sich zuletzt Fehlalarme, die auf Technikfehler zurückzuführen waren und die lange Sperrungen zur Folge hatten. "Dort ist die neueste Sicherheitstechnik verbaut - aber die ist wohl noch nicht wirklich ausgereift", sagt Sutholt.

Der Rheinalleetunnel war in seinem 40. Jahr 2009 aufwendig saniert und mit ebenfalls hochmoderner Sicherheitstechnik ausgerüstet worden. Drei Millionen Euro hatte das gekostet, danach war das Notrufsystem ausgefallen und musste ebenfalls erneuert werden. Erst vor einem Jahr hatte der Stadtrat erneut eine Million Euro für die Umsetzung des Brandschutz- und Sicherheitskonzepts im Rheinalleetunnel bereitgestellt.

Anlass für die europaweit sehr strengen und permanent überarbeiteten Sicherheitskonzepte für Straßentunnel war ein Brand im Mont-Blanc-Tunnel. Heute vor 16 Jahren hatte dort ein Lkw Feuer gefangen. Nicht zuletzt durch unzureichende Lüftungssysteme waren 39 Menschen im giftigen Rauch ums Leben gekommen. Zwei Monate später waren zwölf Menschen bei einem Brand im österreichischen Tauerntunnel umgekommen. In der Folge waren alle Tunnelbauwerke kontrolliert worden.

Quelle: RP
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