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Düsseldorf
Nachbarin wegen Enge im Lift geschlagen?

Düsseldorf. Eine 53-Jährige soll ihrer 75-jährigen Nachbarin eine Platzwunde zugefügt haben. Vom Landgericht wurde sie jetzt verwarnt. Auslöser für die Streitereien soll ein Fahrstuhl gewesen sein. 

Wer war zuerst im Fahrstuhl und wer wollte unbedingt noch zusteigen? Darüber konnten sich zwei Nachbarinnen vor einem Jahr in einem 56-Parteien-Mietshaus nicht einig werden. Im Streit um das Vorrecht im Lift soll eine Bewohnerin (53) der Nachbarin (75) mit einem Faustschlag eine Platzwunde an der linken Schläfe zugefügt haben.

Dafür zu 350 Euro Strafe verurteilt, zog sie am Montag aber protestierend vors Landgericht. Dort fanden die Richter einen Zwischenweg. Die 53-Jährige muss keine Strafe zahlen, wurde lediglich verwarnt, steht jetzt aber zwei Jahre unter Bewährung.

Der Lift als Tatort, das sagten beide Frauen, sei viel zu eng, als dass beide Nachbarinnen samt Gerätschaften zusammen hinein gepasst hätten. Die eine hatte ihr Fahrrad samt Anhänger vom dritten Stock nach unten zu bringen, die andere ist auf einen Rollator angewiesen. Doch die Angeklagte behauptete, sie sei mit Rad und Hänger längst im Lift gewesen, als die 75-Jährige aus dem zweiten Stock mit Rollator noch zusteigen wollte. Zu einem Streit oder gar Schlag sei es nicht gekommen.

Das stellte die Nachbarin anders dar: "Ich war im Lift, die Angeklagte wollte mit ihrem Rad und Anhänger aber einsteigen und drückte immer wieder den Fahrstuhlknopf, so dass ich nicht runterfahren konnte. Und als ich die Tür öffnete, um sie zu bitten, mich erst nach unten zu lassen, hat sie ausgeholt und zugeschlagen!" Für diese Version sprach die Platzwunde am Kopf der 75-Jährigen. Dabei hatte die Angeklagte betont, sie werde ständig gemobbt im Haus, ihr Türschloss sei dauernd mit Sekundenkleber zerstört worden, man habe ihr sogar Wassereimer übergekippt, sobald sie vor der Haustür war. Dabei wolle sie ihre Wohnung doch ohnehin schnellstens verkaufen, damit sie Schulden zurückzahlen und sich woanders niederlassen könne.

Das schien den Richtern wohl eine gute Lösung. Doch um den Hausfrieden zu wahren, wurde der 53-Jährigen die Geldstrafe zwar erlassen, dafür steht sie nach der Verwarnung aber unter Bewährung. Damit kein weiterer Streit eskaliert.

(wuk)
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