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Düsseldorf
Nachtschicht in der Industrie

Düsseldorf: Nachtschicht in der Industrie
Auch die Neuss-Düsseldorfer Häfen sind bei der Langen Nacht wieder zu besichtigen. FOTO: Michael Reuter
Düsseldorf. Am 26. Oktober 2016 findet die sechste Lange Nacht der Industrie Rhein-Ruhr statt. 53 geführte Touren bieten die Unternehmen der Region an. Die Teilnehmer-Plätze waren höchst begehrt. Von Dagmar Haas-Pilwat

Die Fortin Mühlenwerke machen mit, die in ihren Silos auch Speise-Hafer- und Dinkelflocken produzieren. Der Stadtentwässerungs-Betrieb ist auch dabei, Mercedes-Benz, die Enke-Werke - seit 90 Jahren stellen sie Böden für Werkshallen und Privathäuser her - und das Röhrenwerk Vallourec. Insgesamt 77 Unternehmen öffnen dieses Jahr ihre Türen und machen bei Führungen spannende Blicke hinter die Kulissen möglich. Regionale Mittelständler öffnen ihre Tore ebenso wie Weltkonzerne, Hersteller von Produkten des täglichen Lebens ebenso wie spezialisierte Zulieferbetriebe. Auf Rundgängen und in Kurzvorträgen präsentieren sich die Unternehmen, live und hautnah können die Besucher erleben, wie sich Produktionsprozesse abspielen und wo vielleicht attraktive Job- und Ausbildungsplätze warten.

Bei der Langen Nacht der Industrie, der bundesweit größten Ausgabe, wird auch deutlich, dass eben nicht alles in China oder Indien hergestellt wird. Vielmehr wird die bedeutende Rolle betont, die Industrieunternehmen an Rhein und Ruhr auf den Weltmärkten spielen. 53 geführte Touren hinter die Werkstore stehen in der Rhein-Ruhr-Region zur Auswahl. Doch wie in den Vorjahren war der Ansturm auf die begehrten Plätze so groß, das die Teilnahmebewerbungen die rund 3000 verfügbaren Plätze um ein Vielfaches überstiegen: Es kamen fast doppelt so viele Bewerbungen, und die Plätze mussten verlost werden.

"Der große Erfolg der ersten fünf Langen Nächte bestätigt unseren Ansatz, die Werkstore zu öffnen und die Vielfalt der in NRW entwickelten und hergestellten Produkte sowie die Produktionsprozesse begreifbar zu machen", sagt Ralf A. Königs, Vorstandsvorsitzender von Zukunft durch Industrie (ZdI). Damit wollen die Gesellschaftsinitiative, die Industrie- und Handelskammern, die Unternehmerverbände und Industriegewerkschaften sowie die Unternehmen für mehr Akzeptanz für die Industrie in der Bevölkerung werben. "In unserer komplexen Wirtschaft erklärt sich die Relevanz der Industrie nicht von alleine", sagt Nicolai Juchem, stellvertretender Vorsitzender der Initiative: "Mit der Langen Nacht können wir den Menschen vor Ort zeigen, wie industrielle Produktion wirklich funktioniert und so Vorbehalte abbauen."

Denn Industrie kämpft traditionell mit einem "lauten, schmutzigen" Image. Und zunehmend leidet gerade die produzierende Wirtschaft unter akutem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel, mittelständische Familienbetriebe ebenso wie internationale Konzerne. Typische Zulieferer, sogar Weltmarktführer, sind häufig weitgehend unbekannt.

Die Teilnehmer an den 100-minütigen Führungen in Düsseldorf, dem zweitgrößten Industriestandort in NRW, bekommen Einblicke in die Industrie und Wirtschaft, die sie sonst nicht erhalten würden. Beim Informationsaustausch mit den Mitarbeitern vor Ort gebe es, so Juchem, Erklärungen aus erster Hand: "Das macht dieses Veranstaltungsreihe so einzigartig."

Quelle: RP
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