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Düsseldorf
Naturschützer sehen Aaper Wald durch Fällungen nicht bedroht

Düsseldorf: Naturschützer sehen Aaper Wald durch Fällungen nicht bedroht
Im Aaper Wald sollen im Zuge der Erneuerung der Gasleitung 440 Bäume gefällt werden. FOTO: andreas Bretz
Düsseldorf. Für heftigen Unmut und Protesten von Bürgern und der Baumschutzgruppe Düsseldorf haben die Pläne der Firma Open Grid Europe gesorgt, für die Erneuerung einer Gasleitung im Aaper Wald 440 Bäume zu fällen. In diesem Zusammenhang war auch die Düsseldorfer Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in die Kritik geraten, da sich diese nicht massiv gegen den Eingriff ausspreche und nicht dagegen klagen würde.

"Wir als Kreisgruppe sind überhaupt nicht klageberechtigt", sagt BUND-Sprecher Michael Süßer. Es fehle nicht nur an einer formalen Klagebefugnis, auch inhaltlich müsse der Eingriff differenziert betrachtet werden. "Hier werden Bäume nicht in einem Naturwald gefällt, sondern in einem Wirtschaftswald. Zur forstwirschaftlichen Nutzung gehört, dass Bäume auch zum Zweck der Fällung gepflanzt werden, Fällungen also völlig normal sind." Für den BUND sei es aber wichtig, dass es immer ausreichend Ersatzpflanzungen gibt, der Wald somit auch für die späteren Generationen erhalten bleibt. "Das ist beim Aaper Wald eindeutig gegeben, denn dieser wurde vom Verein Naturland zertifiziert. Dabei handelt es sich um die strengste Zertifizierung, die es gibt." Voraussetzung für das Siegel ist beispielsweise, dass weniger Holz geerntet wird, als nachwächst. Darüber hinaus bekräftigte Süßer seine Kritik an der fehlenden Transparenz und Ergebnisoffenheit des Pipeline-Verfahrens.

Positiv sieht der BUND, dass zusätzlich als Ausgleich für die 440 Bäume nun 100 Bäume als Biotopbäume gekennzeichnet werden, die nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden, somit beliebig alt werden dürfen.

Der BUND weist außerdem darauf hin, dass ein Verlust von Bäumen nicht zwangsläufig problematisch sein muss. "Die durch den Sturm Ela verursachten Schäden sind beispielsweise in erster Linie ein wirtschaftlicher Verlust für die Forstwirtschaft. Aus ökologischer Sicht führen die entstandenen Lichtungen im ansonsten überwiegend strukturarmen Wald zu einer Erhöhung der Artenvielfalt", sagt Michael Süßer.

(brab)
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