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Baustellen
Netzgesellschaft baut Strom- und Gasnetz in Düsseldorf um

Baustellen: Netzgesellschaft baut Strom- und Gasnetz in Düsseldorf um
Auf der Baustelle an der Paul-Thomas-Straße sind in dem Teilstück die Leitungen verlegt. Jetzt wird die Oberfläche verdichtet. FOTO: wanninger
Düsseldorf-Süd. Im Düsseldorfer Süden werden mehr als 50 Jahre alte Kabel auf rund zehn Kilometern erneuert. Deshalb gibt es zahlreiche Baustellen und immer wieder Unwägbarkeiten. Mit der Fertigstellung ist Ende des Jahres zu rechnen. Von Birgit Wanninger

Ob Henkelstraße in Holthausen, Wittenberger Weg in Garath oder Paul-Thomas-Straße in Benrath: Die Bauarbeiten gehen weiter. Am Montag hat die Netzgesellschaft eine neue Baustelle im Kreuzungsbereich an der Nürnberger Straße und Paul-Thomas-Straße eingerichtet. Dort verlegt sie neue Leitungen für Erdgas, Trinkwasser und Strom. Das Ganze ist ein weiterer Schritt für die Bauarbeiten des Projektes Südstadt. Immer wieder kommt es zu längeren Bauarbeiten, und Straßen werden im Düsseldorfer Süden aufgerissen, um Leitungen zu verlegen.

Gab es seit den 80er Jahren, seit die Stadtwerke das Netz von RWE übernommen haben, im Stadt-Süden noch fünf Umspannwerke, so sind es jetzt nur noch zwei: U 38 (an der Henkelstraße) und U 39 (am Wittenberger Weg), die auf einer rund zehn Kilometer langen Trasse miteinander verbunden sind.

Die Arbeiten am Schwarzen Weg haben nach der Weihnachtspause wieder begonnen. Die Baustelle ist auf dem Bürgersteig eingerichtet und behindert nicht den Verkehr. Kelvin Alberts zeigt die Leitungen, die hier in einer Tiefe von 1,50 Meter verlegt werden. FOTO: Birgit Wanninger

Bis Ende des Jahres verließ am Umspannungswerk U 74 in Eller der an der Lausward erzeugte Strom zunächst die Stadt, um über das überregionale Hochspannungsnetz im Süden wieder eingespeist zu werden. Dafür musste der Strom erst auf 380 Kilovolt transformiert und dann wieder zurückgewandelt werden. Mit den Umwandlungsverlusten und der unnötigen Beanspruchung des ohnehin oft stark belasteten Übertragungsnetzes ist es jetzt aber vorbei.

Die 110 Kilovolt Trasse ist inzwischen eingerichtet. Denn schon seit 2015 lassen die Stadtwerke buddeln. Ihre Tochterfirma, die Netzgesellschaft, verlegte die Kabel. Konkret 110-KV-Erdkabel. Denn in Düsseldorf werden die Starkstromleitungen unterirdisch und nicht über Hochspannungsleitungen transportiert. Und die Kabel sind seit mehr als einem halben Jahrhundert, teilweise sogar seit mehr als 60 Jahren nicht mehr erneuert worden, sprich, sie sind alt. Begonnen hat alles an der Eller Kirchstraße, das Kabelwerk verläuft unter anderem über die Reisholzer Bahnstraße, die Nürnberger Straße und Paul-Thomas-Straße sowie entlang der Münchener Straße und des Buchholzer Busches und endet am Umspannwerk am Wittenberger Weg.

Und wenn schon einmal der Boden aufgerissen ist, immerhin wird in einer Tiefe von mindestens 1,50 Meter gearbeitet, dann können auch an manchen Stellen neue Gasleitungen und Mittelspannungsleitungen (10 KV) verlegt werden. "Unser Ziel ist es, Ende des Jahres fertig zu sein", sagt Stadtwerke-Sprecher Michael Pützhofen.

"Unwägbarkeiten sind aber nicht auszuschließen", fügt Hermann Griesen, Leiter des Projekts Südstadt, hinzu. Baustellen sind eingerichtet oder werden es noch: für die Mittelspannungsleitungen von der Henkelstraße über Nürnberger und Bayreuther Straße weiter zu Forst- und Telleringstraße, dann zur Hildener Straße bis zum Umspannwek am Wittenberger Weg: Ein Großteil der Arbeiten ist abgeschlossen. Die eingerichtete Baustelle an der Paul-Thomas-Straße soll Ende Februar fertig sein. "Dann gehen wir Schritt für Schritt weiter", sagt Griesen. Denn die ein Kilometer lange Strecke bis zur Bayreuther Straße soll in vier Teilstücken bearbeitet werden. Angedacht sei, dass sie Ende April fertig ist.

Auch die Restarbeiten am Trippelsberg sollen Ende Februar fertig sein, das gilt auch für die letzten 120 Meter am Schwarzen Weg. Im Prinzip ist der Terminplan für 2018 abgeschlossen. Inklusive der Absprachen mit verschiedenen Gremien und Institutionen - ob mit der Rheinbahn, dem Amt für Verkehrsmanagement, dem Kanalbauamt oder der Telekom. Da stecke jede Menge Logistik dahinter, sagt der Stadtwerke-Sprecher, und eine Unwägbarkeit könne alles auseinanderdriften lassen. "Beispielsweise wenn Frost auftritt und wir dann nicht arbeiten können, oder wenn es einen Notfall gibt, der zuerst bearbeitet werden muss, und, und und", sagt Pützhofen. Nur für die Telleringstraße gibt es noch keinen Termin. Da wartet die Netzgesellschaft die Fertigstellung der Bauarbeiten für das Dürer-Kolleg ab.

"Wenn die komplette Strecke verlegt ist, werden wir noch ummuffen", sagt Griesen. Das bedeutet, dass die Leitungen an den Muffen angeschlossen werden. Und wenn dann alle Leitungen mit den beiden neuen Umspannwerken verbunden sind, können die fünf alten zurückgebaut werden.

Rund 30 Millionen Euro investiert die Netzgesellschaft in die neue Strominfrastruktur im Düsseldorfer Süden. Ziel ist eine "effiziente, sichere und flexible Energieversorgung" in einem Gebiet, in dem sich die Anforderungen an die Energieinfrastruktur insbesondere durch die Schließung oder Verlagerung von großen Industriebetrieben erheblich verändert haben.

Quelle: RP
 
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